Rekord-Zahlen

Corona-Regeln in MV werden erneut verschärft - vor allem für Ungeimpfte

Klare Einschränkungen für Ungeimpfte in MV – so lautet die Botschaft der Landesregierung am Dienstagabend. Unter anderem sollen Weihnachtsmärkte stärkere Auflagen erhalten.
Vize-Ministerpräsidentin Simone Oldenburg (Die Linke) trat am Dienstagabend in Schwerin vor die Presse.
Vize-Ministerpräsidentin Simone Oldenburg (Die Linke) trat am Dienstagabend in Schwerin vor die Presse. ZVG
Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) trat als zweites vor die Presse.
Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) trat als zweites vor die Presse. ZVG
Schwerin

Die vierte Corona-Welle hat Mecklenburg-Vorpommern voll erwischt, stellte die stellvertretende Ministerpräsidentin Simone Oldenburg (Linke) am Dienstagabend fest. Kurz zuvor hatte das LaGuS wieder einmal neue Rekord-Neuinfektionszahlen für MV verkündet. Auf einer Pressekonferenz zusammen mit der neuen Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) forderte sie nach langen Beratungen der Landesregierung die Bevölkerung nochmals eindringlich zum Impfen auf. „Es ist kein Versagen der Politik, sondern ein Versagen der Vernunft”, sagte Oldenburg auf die andauernde Corona-Krise angesprochen. "Die Lage ist sehr ernst", sagte sie außerdem.

Lockdown nicht mehr ausgeschlossen

Deshalb will Gesundheitsministerin Drese die Rechte und Freiheiten der Geimpften weiter stärken und die der Ungeimpften einschränken. So sollen Weihnachtsmärkte in Zukunft nur unter der Einhaltung der 2G-Regeln betreten werden. Auch einen möglichen Lockdown schloss die SPD-Politikerin nicht mehr aus. Allerdings nur, wenn das Land dauerhaft auf der Warnstufe rot verharren würde.

Livestream der Pressekonferenz (Quelle: Staatskanzlei)

Weinachtsmärkte, Gastronomie, Fitness: Überall gilt 2G+

Die Maßnahmen im Einzelnen: Befindet sich ein Landkreis, eine kreisfreie Stadt oder das ganze Land in der Warnstufe Orange auf der landeseigenen Corona-Ampel, gilt unter anderem in der Gastronomie, in Fitnesscentern, Hotels, Kinos und Theatern 2G plus, wie Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) erklärte. Das heißt, Zutritt haben nur Geimpfte und Genesene mit einem tagesaktuellen Negativtest. Auf Weihnachtsmärkten gelte dann 2G.

Warnstufe Orange gilt, wenn die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz in einer Region oder im ganzen Land drei Tage hintereinander über 6,0 liegt. Am Dienstag wurde sie vom Landesamt für Gesundheit und Soziales für Mecklenburg-Vorpommern mit 7,3 angegeben, am Montag mit 6,6. Ist das Land auch am Mittwoch in Stufe Orange, treten die Beschränkungen am Donnerstag flächendeckend in Kraft, auch in Regionen, die noch in der Warnstufe Gelb sind, wie ein Regierungssprecher sagte. Die Hospitalisierungsinzidenz gibt an, wie viele Menschen je 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert worden sind.

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Bei Warnstufe Gelb (Hospitalisierungsinzidenz über 3,0 bis 6,0) gilt in den genannten Innenbereichen 2G, ebenso in Fußballstadien. Bei Warnstufe Rot - ab einem Wert über 9,0 - sind neben 2G plus in Freizeit-Innenbereichen auch Kontaktbeschränkungen bei privaten Treffen und 2G beim Shopping vorgesehen. Ausnahmen gelten zum Beispiel für Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Baumärkte.

Drei Landkreise mit zu hoher Hospitalisierungsinzidenz

Eine Hospitalisierungsinzidenz über 9,0 hatten am Dienstag die Landkreise Ludwigslust-Parchim (12,7), Vorpommern-Rügen (9,8) und Mecklenburgische Seenplatte (9,3). Ist eine Region mindestens sieben Tage in Warnstufe Rot, sind den Angaben zufolge auch Schließungen möglich, etwa des Kultur- und Freizeitbereichs und der Gastronomie. Der Profisport würde dann wieder ohne Zuschauer stattfinden, hieß es.

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Ausnahmen von den Zugangsregeln gelten für Kinder, Schwangere und Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. In MV galten am Dienstag 66,4 Prozent der Bevölkerung als vollständig geimpft. Drese appellierte an die noch Ungeimpften: "Geben Sie sich einen Ruck, lassen Sie sich impfen: bei Ihrem Hausarzt, im Impfzentrum, am Arbeitsplatz, bei Sonderimpfaktionen. Wir bauen dafür gerade wieder eine umfangreiche Infrastruktur auf. Eine Impfung schützt Sie selbst und schützt andere vor allem auch in Ihrem direkten Umfeld."

Ab Mittwoch gilt zudem 3G am Arbeitsplatz sowie in Bus und Bahn.

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