NOTFÄLLE IN MV

Zusätzlicher Rettungshubschrauber für Usedom und Rügen gefordert

In mehreren Regionen Mecklenburg-Vorpommerns hat der Rettungsdienst offensichtlich Probleme, rechtzeitig am Unfallort zu sein. Gesundheitsminister Harry Glawe fordert daher zusätzliche Hubschrauber.
Andreas Becker Andreas Becker
Für Rettungskräfte in MV sind gerade die Wege auf die Inseln Rügen und Usedom lang – Gesundheitsminister
Für Rettungskräfte in MV sind gerade die Wege auf die Inseln Rügen und Usedom lang – Gesundheitsminister Harry Glawe bringt daher die Anschaffung neuer Rettungshubschrauber ins Gespräch (Symbolbild). Bodo Schackow
Bergen.

So schnell geht das, wenn man über eine ausreichende Mehrheit verfügt: Da brachte die oppositionelle Linke einen Antrag ins Schweriner Parlament ein, um die heimischen Rettungsdienste mit ihren vertraglichen Leistungen unbefristet abzusichern, doch mit wenigen Sätzen („Ein Recht auf alle Zeiten gibt es nicht. Wir wollen Wettbewerb zulassen”.) kassierte der zuständige Gesundheitsminister Harry Glawe das Thema und lenkte auf einen ganz anderen Schwerpunkt im Rettungswesen in MV.

„Wir haben im Raum Schwerin und im Bereich Ludwigslust-Parchim Schwierigkeiten mit der Einhaltung der vorgeschriebenen Hilfsfrist (maximal 15 Minuten bis zum Unfallort, d. Red.) und sollten daran arbeiten, einen zusätzlichen Rettungshubschrauber in dieser Region einzusetzen”, sagte Glawe – und ging sogar noch weiter.

„Auch am Standort Greifswald könnte uns ein zusätzlicher Rettungshubschrauber sehr gut tun. Wir müssen sehen, dass wir einen Hubschrauber einsetzen, der Tag und Nacht gerade den Bereich Rügen und Usedom abdeckt”, machte der Minister Hoffnung und strahlte Zuversicht aus.

Rettungsdienst und Marktwirtschaft

Die war dagegen Torsten Koplin abhanden gekommen. Er hatte zu Beginn der Diskussion ausführlich begründet, warum seine Fraktion die anstehende europaweite Ausschreibung von Notfallrettung und Krankentransport in Mecklenburg-Vorpommern verhindern wollte. Auch die Vergabefrist von zehn Jahren für solche Aufträge sollte nach Willen der Linken fallen. „Wir wollen damit die Qualität sichern. Gesundheitswesen darf nicht nur profitorientiert sein“, begründete Koplin den Vorstoß.

Rettungsdienste dürften kein Geschäftsmodell sein, eine Marktöffnung könnte aufgrund eines gnadenlosen Konkurrenzkampfes zu Lasten der Patienten ausgetragen werden. Möglicherweise, so hatte Linken-Fraktionschefin Simone Oldenburg im Vorfeld der Landtagssitzung gemahnt, unterbietet ein polnischer oder niederländischer Anbieter die hiesigen Hilfsdienste, die den Markt in MV schon lange unter sich aufgeteilt haben.

Antrag der Linken scheitert

Die AfD sprang der Linkspartei zur Seite, unterstützte den Antrag. Doch Harry Glawe und seine Mitstreiter in der Großen Koalition sagten Nein. Der Antrag wanderte nicht zur weiteren Beratung in die Fachausschüsse, sondern in die politische Warteschleife.

Heißt konkret: In drei Monaten könnte die Linke den Antrag nochmals auf die Tagesordnung setzen lassen. Die Erfolgsaussicht dürfte auch in der Weihnachtssitzung des Landtages gen Null tendieren. Geschenke für die Opposition sind nicht zu erwarten. Oder um mit Harry Glawe zu sprechen: „Die Grundlagen sind da. Unser Rettungsgesetz ist modern. Die Qualität muss natürlich stimmen.” Punkt. Ende der Debatte.

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!

Kommende Events in Bergen

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Bergen

zur Homepage