Unsere Themenseiten

:

Zuschüsse für Schülerfahrten in KZ-Gedenkstätten

Zwei Personen legen Rosen in das Wasser des Schwedtsees in der Mahn- und Gedenkstätte des früheren Konzentrationslagers Ravensbrück bei Fürstenberg in Brandenburg.
Zwei Personen legen Rosen in das Wasser des Schwedtsees in der Mahn- und Gedenkstätte des früheren Konzentrationslagers Ravensbrück bei Fürstenberg in Brandenburg.
Patrick Pleul

An den Konzentrationslagern wird der NS-Terror besonders deutlich. Deshalb sollen Schüler die Gedenkstätten besuchen. Das Land unterstützt dies - doch das Geld wird zu einem erheblichen Teil nicht abgerufen.

Seit Jahren werden die Landeszuschüsse für Schülerbesuche in Gedenkstätten zum Naziterror, Stalinismus oder zu Opfern des DDR-Regimes nur etwa zur Hälfte in Anspruch genommen. Obwohl 100 000 Euro zur Verfügung standen, wurden mangels Nachfrage 2014 lediglich 42 000 Euro erstattet - ein neuer Tiefstand. 2013 waren immerhin rund 66 000 Euro und 2012 gut 52 000 Euro gezahlt worden. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion der Linken im Landtag hervor.

Um die Zahl der Schülerfahrten zu KZ-Gedenkstätten und zu Gedenkorten für Opfer der jüngeren deutschen Geschichte zu steigern, sollte nach Ansicht der Linken auch verstärkt jüngeren Kindern diese Möglichkeit geboten werden. Bisher sehe die Förderrichtlinie vor, dass Fahrten vorrangig ab der siebten Klasse gefördert werden, kritisierte die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Simone Oldenburg. "Die Richtlinie muss geändert werden, dann fließt auch das Geld ab." Schlussfolgerungen hätten bereits vor Jahren gezogen werden müssen.

Kinderbücher ermöglichen Schülern Zugang

Jüngere Kinder sollten nach Meinung der Linken-Politikerin "selbstverständlich noch nicht die ehemaligen Konzentrationslager besichtigen, aber zum Beispiel das hervorragende Material, das die Gedenkstätte in Wöbbelin erarbeitet hat, dort auch nutzen können". Zahlreiche Kinderbücher ermöglichten auch jüngeren Schülern den Zugang zu diesen Themen.

Das Schweriner Bildungsministerium ist hingegen der Auffassung, dass Kinder bis Klasse sechs mit einem Gedenkstättenbesuch überfordert sind. Ihnen fehle das historische Grundwissen und sie könnten das Gesehene und Gefühlte nicht richtig einordnen, heißt es in der Antwort auf die Kleine Anfrage.

Seit diesem Jahr steht übrigens noch mehr Geld zur Verfügung: Schülerfahrten zu KZ-Gedenkstätten sollen zusätzlich mit 220 000 Euro unterstützt werden, hatte die SPD-Landtagsfraktion im Februar mitgeteilt. Dazu habe das Bildungsministerium in Schwerin eine Zusammenarbeit mit der Bethe-Stiftung in Essen vereinbart.