ZEHN OBJEKTE DURCHSUCHT

Zwei Schleuser bei Großeinsatz gefasst

Selbst bis Hiddensee soll das kriminelle Schleuser-Netzwerk gereicht haben: Mit einem Großeinsatz wollen über 150 Polizisten es am Mittwoch zerschlagen haben. Zwei Verdächtige sitzen in U-Haft .
Gabriel Kords Gabriel Kords
Insgesamt 150 Bundespolizisten und Zollbeamte waren im Einsatz.
Insgesamt 150 Bundespolizisten und Zollbeamte waren im Einsatz. Paul Zinken (Symbolfoto)
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Rügen.

Seit 2017 ermittelten die Beamten, am Mittwoch griffen sie zu: In insgesamt zehn Objekten auf Rügen, Hiddensee in Lübeck und Berlin nahmen zeitgleich 150 Bundespolizisten und Zollbeamte Durchsuchungen vor. Wie die Bundespolizei mitteilte, konnte dabei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden.

Eingesetzt wurden Kräfte der Bundespolizeiinspektion Stralsund, der mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt, der Bundespolizeiabteilungen Ratzeburg und Berlin, sowie einer Diensthundestaffel mit insgesamt 16 Diensthunden der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt und des Hauptzollamtes Stralsund.

Festgenommen wurden in Bergen auf Rügen eine mutmaßliche Haupttäterin, wie die Bundespolizei mitteilte – sowie ein Mann in Prora. Ein durch die beiden genutzter Mercedes Benz Vito wurde sichergestellt, weil das Fahrzeug zur Fahndung ausgeschrieben war.

Sozialbetrug in Millionenhöhe

Wie die Polizei weiter mitteilte, laufen die Ermittlungen schon seit 2017. Die beiden Festgenommenen und ihre Komplizen werden verdächtigt, gewerbsmäßig Ausländer eingeschleust zu haben und Arbeitslohn unterschlagen und vorenthalten zu haben. Die eingeschleusten Menschen stammten aus der Ukraine und aus Moldau, sie sollen als Handwerker gearbeitet haben.

Zusätzlich sollen die Beschuldigten auch europäische Staatsangehörige aus Rumänien, Bulgarien, Polen und Lettland beschäftigt haben, für welche die erforderlichen Sozialversicherungsbeiträge nicht abgeführt worden sein sollen. Hierdurch sollen sie nicht nur einen erheblichen Vermögensvorteil erlangt haben, sondern zudem einen Sozialversicherungsschaden über einer Million Euro verursacht haben.

Die Bundespolizei schreibt: „Die Beschuldigten dürften nach ersten Ermittlungen dem Staat eine im siebenstelligen Bereich liegende Schadensumme zugefügt haben. Die Bundespolizeiinspektion Stralsund führt das entsprechende Ermittlungsverfahren im Auftrag der Staatsanwaltschaft Rostock weiter.” Bis zu einem Urteil gelte jedoch die Unschuldsvermutung, betonen die Beamten in ihrer Mitteilung.

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