SHUTDOWN

Zweitwohnungsbesitzer müssen Mecklenburg-Vorpommern verlassen

Um die Mobilität im Lockdown weiter einzuschränken, schickt MV alle Besitzer von Zweitwohnungen aus dem Land. Eine Übergangsfrist endet bald.
dpa
Fast menschenleer war der Strand des Ostseebades Zingst am vergangenen Dienstag. Ein Saisonstart ist nach dem verschärfte
Fast menschenleer war der Strand des Ostseebades Zingst am vergangenen Dienstag. Ein Saisonstart ist nach dem verschärften Lockdown nicht absehbar. Bernd Wüstneck
Schwerin ·

Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper aus anderen Bundesländern müssen Mecklenburg-Vorpommern spätestens am Freitag verlassen – wegen des seit Beginn dieser Woche geltenden Corona-Shutdowns im Land. In der Nacht zu Samstag endet die Übergangsfrist, die ihnen eingeräumt wurde. Vorerst bis zum 11. Mai darf dann nur nach MV einreisen, wer seinen Hauptwohnsitz in dem Bundesland hat oder seine Kernfamilie besucht. Wer sich daran nicht hält, dem drohen Bußgelder.

Weiterlesen: Dauercamper schimpfen über „totalen Irrsinn“

Wie viele Menschen der „Rausschmiss“ tatsächlich betrifft, weiß niemand. Etwa 38.000 Zweitwohnsitze von Menschen, deren Hauptwohnsitz außerhalb des Bundeslandes ist, seien registriert, sagte ein Regierungssprecher. „Die betrifft es auf jeden Fall.“ Dazu kämen aber noch nicht angemeldete Wohnsitze oder Dauercamper. Eine abschließende Zahl gibt es deshalb nicht.

Kritiker bemängeln, dass jemand, der sich in seinem Ferienhäuschen an der Ostsee aufhält, nicht per se auch ein Infektionstreiber sei. Das stimme grundsätzlich, sagte der Regierungssprecher. Aber alle Corona-Schutzmaßnahmen zielten darauf, Kontakte zu reduzieren. Mobilität trage eben zum Infektionsgeschehen bei. Daher sollen Reisen so weit wie möglich reduziert werden.

Weiterlesen: Regierung nennt Ende für Shutdorn in Mecklenburg-Vorpommern

Klagen am Oberverwaltungsgericht Greifswald

Einige Wohnungsbesitzer wehren sich juristisch. Das Oberverwaltungsgericht in Greifswald ist derzeit mit mehreren Verfahren beschäftigt, in denen Zweitwohnungsbesitzer gegen die Regeln klagen. Das hatte Gerichtssprecherin Dorothea ter Veen am Mittwoch bestätigt. Parallel klagen auch Ferienwohnungsvermieter, die ihre Wohnungen wieder vermieten wollen. Wann die Richter entscheiden könnten, konnte ter Veen aber nicht sagen.

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Kommentare (7)

Was Schwachsinnig ist, wird vor Gericht geklärt! So funktioniert Rechtsstaat. Jeder hat das Recht vor Gericht Verordnungen zu hinterfragen. Wer das nicht tut und nur rummmault, dem ist nicht zu helfen!

Denn würde der Bund "schlau" sein, hätte er den "Notstand" ausgerufen nach Art 91 i.V. m. Art 35 GG. Damit würden die Massnahmen nicht unter richterliche Kontrolle fallen und diese ignoraten Zwischengrätscher und schwachsinnigen Robenträger könnten sich ihren Schwachsinn in die Haare schmieren. Stattdessen kuscht man vor dieser Berufsgruppe, anstatt endlich mal diese idiotische Entscheidungen einiger, dem braunen AfD Spektrum nicht abgeneigten (Un)rechtsprecher mal Paroli zu bieten. Diese Berufsgruppe die sich mittlerweile für Halbgötter in Schwarzen Kitteln aufführt, müsste dringend mal von ihrem hohen Ros heruntergeholt werden. Soll nicht heissen, das man Massnahmen niewieder gerichtlich prüfen kann, soll nicht heissen, das es keine gerichtlichen Abwehrrechte gegen staatliche Massnahmen geben soll - aber in diesem Falle drehen einige Richter regelrecht durch und meinen ihren Jurafundamentalismus hier ausleben zu müssen. Aber wahrscheinlich so lange nur, bis der erste Richter mal auf der Intensivstation liegt und mit dem Tode ringt, wenn er sich infiziert.

Geschätzte 100000 Menschen verjagt. Das hat so noch keiner in der jüngsten Geschichte geschafft. Bravo! Super Idee, die alle aus Ihren Gärten und von den Campingplätzen zurück in die Stadt zu schicken. Auch eine Möglichkeit für die Verbreitung des Virus beizutragen.

SH hat das beim ersten Mal so gemacht, dass alle, die da sind nicht vertrieben werden. Nur neu anreisen konnte man nicht. Irgendwie logisch. Jetzt haben Sie die Idee, die Hamburger auszusperren ganz aufgegeben, weil das auch unsinnig ist. Irgendwie durchdringt die Landesregierung in SH dasProblem besser.

Warum schreibt der Nordkurier nicht, dass das auch die Menschen aus MV betrifft, also z.B. ein Dauercamper aus MV, ebenfalls nicht in seinem Wohnwagen übernachten darf? Komisch, oder kuschen die wieder vor der Hexe Schwesig?

Great Reset wird Mittelstand und Mittelschicht komplett ausradieren.

Statt Helikoptergeld fordert Wirtschaftsweise Einkaufsgutscheine

Regelungen sind ganz simpel als Unfug zu bezeichnen, Aktionismus pur.
Nein, ich wechsele nicht in das Lager der Leerdenker...