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Gartenabfälle im Wald – wer macht denn so was?

Gartenabfälle illegal im Wald entsorgt - das sorgt für Ärger.             
Gartenabfälle illegal im Wald entsorgt - das sorgt für Ärger.  
Elena Elisseeva/Fotolia

Heckenschnitt und Obstbaumäste finden sich immer öfter am Waldesrand statt auf den Wertstoffhöfen. Doch warum? Im Landkreis Rostock könnte der Frevel bald noch viel schlimmer werden.

Wenn die Förster in diesen Tagen durch ihre Reviere streifen, haben sie es mit einem neuen Phänomen zu tun. Dass hin und wieder prall gefüllte Müllbeutel an den Zufahrtswegen abgeladen werden, ist schon immer ein besonderes Ärgernis für die Forstleute. Doch nun tauchen an den Waldrändern immer häufiger Gartenabfälle auf.

Heckenschnitt, Obstbaumäste, Laub zählt der Darguner Forstamtsleiter Rüdiger Neise auf. „Manch einer meint vielleicht, das sei nicht so schlimm und im Wald fällt das doch nicht weiter auf, da liegen doch so wie so viel Laub und Äste“, sagt Neise. Doch das sei ein großer Irrtum. „Laut Waldgesetz ist es nicht erlaubt, Gartenabfälle hier zu entsorgen. Das ist eine Ordnungswidrigkeit, für die wir die Übeltäter belangen können.“

Ärger um die Gartenfeuer als Grund?

Für die Forstleute ist das Verhalten einiger Gartenfreunde ziemlich unverständlich, nimmt doch jeder Wertstoffhof auch die Gartenreste an. Rüdiger Neise versucht eine Erklärung: „Vielleicht hängt es mit der Diskussion um das Verbrennen der Gartenabfälle im Oktober zusammen.“ Die Gartenfeuer seien in diesem Jahr ziemlich in Verruf geraten, weswegen manch Zeitgenosse mit dem Abfall dann lieber in den Wald gefahren sei, statt sich mit den Nachbarn Ärger wegen der Rauchfahnen einzuhandeln.

Im Kreis Rostock wird über Gebühr diskutiert

Im Landkreis Rostock könnte der Wald im kommenden Jahr noch viel stärker zum Kompostierfeld für Kleingärtner werden. In den Kreisgremien wird nämlich derzeit ernsthaft darüber diskutiert, für die Entsorgung von Grünschnitt künftig eine Gebühr zu erheben. Im Kreisausschuss, der aktuell über eine Neuregelung der Abfallentsorgung berät, kam es in dieser Frage zu einer heftigen Konfrontation. Gnoiens Bürgermeister Hans-Georg Schörner, Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag, erhob massiven Einspruch gegen eine Gebühr. „Dann werden viele ihren Abfall wieder in der freien Natur entsorgen“, befürchtet Schörner. Im Güstrower Kreistag konnte er sich zunächst durchsetzen: „Bis 2015 bleibt alles beim Alten. Da können in Ruhe Für und Wider abgewogen werden.“