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Hilfe! Wie komme ich nur über den Markt?

Nur für das Foto und nur mit fremder Hilfe wagten sich Hannelore Haberkost und Ursula Hildebrand mit ihren Rollatoren am Dienstag auf die Puckelpiste Marktplatz.
Nur für das Foto und nur mit fremder Hilfe wagten sich Hannelore Haberkost und Ursula Hildebrand mit ihren Rollatoren am Dienstag auf die Puckelpiste Marktplatz.
Torsten Bengelsdorf

Im Rollstuhl oder mit dem Rollator hat man kaum eine Chance auf dem Pflaster. Doch auch wer noch gut zu Fuß ist, läuft hier wie auf „Eiern“. 15 Jahre nach der Marktplatz-Gestaltung will das Rathaus nun endlich reagieren.

Auf dem Marktplatz ist Hannelore Haberkost schon lange nicht mehr gewesen. Obwohl sie doch gleich ganz in der Nähe wohnt. Selbst die Stände des Wochenmarktes meidet die Rentnerin, lässt sich von dort lieber immer etwas mitbringen. Die Malchinerin ist auf den Rollator angewiesen. „Und mit dem, das können Sie mir glauben, kommen Sie über das Kopfsteinpflaster einfach nicht rüber.“ Die Räder verfangen sich immer wieder zwischen den Pflastersteinen. Nur mit erheblicher Anstrengung kann man den Rollator dann noch weiterschieben. „Und dann kommt auch noch die Kehrmaschine, dann geht gar nichts mehr“, musste Frau Haberkost erfahren. Der Besen kehrt die Fugen zwischen den Steinen aus und macht sie damit noch tiefer.

Doch auch ohne Rollator oder Rollstuhl ist es nicht gerade ein Vergnügen, über das Marktpflaster zu spazieren. Selbst mit flachen Schuhen komme man nur schwer voran, schätzt zum Beispiel Jutta Salhoff ein.

Die Beschwerden der Malchiner sind nicht neu und seit langem auch im Rathaus bekannt. Nun, fast 15 Jahre nach der Neupflasterung des Malchiner Marktes, wollen die Stadtväter endlich reagieren. Bürgermeister Jörg Lange spricht von Baumaßnahmen zur „rollator- und rollstuhlgerechteren Oberflächengestaltung auf dem Marktplatz“. Was er meint, erläutert Rathaus-Sprecher Thomas Koch: „Das Pflaster auf dem Marktplatz bleibt. Es ist aber geplant, Wege über den Markt mit geschnittenem Natursteinpflaster anzulegen. Über diese Wege kommt man dann auch bequem mit einem Rollstuhl oder mit Hackenschuhen.“

Auch auf der Westseite des Marktes, also zwischen Rathaus und Kirche, soll ein solcher Weg eingebaut werden.

Soweit die gute Nachricht. Das Ganze wird aber noch ein wenig auf sich warten lassen. Denn eine Winterbaustelle vor der Haustür will das Rathaus besser nicht riskieren. Baubeginn soll auf dem Marktplatz deshalb zeitgleich mit dem Straßen- und Tiefbau in der Steinstraße am 1. März des kommenden Jahres sein, kündigte Bürgermeister Lange inzwischen an.