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Marstall verkauft! Oder nicht?

Der Mittelteil des Ivenacker Marstalls kann an den dänischen Schlosseigentümer verkauft werden.
Der Mittelteil des Ivenacker Marstalls kann an den dänischen Schlosseigentümer verkauft werden.
Eckhard Kruse

Die einstmals gräfliche Reithalle und der Mittelteil des Ivenacker Marstalls sollen wieder in Privathand. Die Gemeindevertreter stimmen dem Kaufantrag zu. Dabei gibt es noch gar keinen Kaufpreis.

 Der Mittelteil des Ivenacker Marstalls samt barocker Reithalle kann an den neuen Schlosseigentümer Lars Fogh verkauft werden. Die Gemeindevertreter stimmten dem Kaufantrag des Dänen in ihrer Sitzung am Donnerstag zu. „Einstimmig“, sagte Bürgermeister Roland Lüker. „Wir haben immer gesagt, dass der Marstall zur Schlossanlage gehört.“

Die Gemeinde bringt dem Schlosseigentümer viel Vertrauen entgegen. Die Abgeordneten sehen, dass es vorangeht. Das Dach ist gesichert, die Schlossräume werden trocken gelegt. Es liegen Sanierungspläne auf dem Tisch. Förderanträge sind gestellt. Und die Eintragung der Schlossanlage als „Nationales Denkmal“ ist im Visier. Alles in allem hat die Gemeinde nicht mehr das Gefühl wie zu Zeiten des letzten Schlosseigentümers Christian Brück, als nichts mehr ging und die Gebäude weiter verfielen. „Diesen Eindruck haben wir nicht“, so Lüker. Deswegen stimmten die Gemeindevertreter dem Kaufantrag auch zu.

Der Bürgermeister rechnet damit, dass die Kaufabwicklung jetzt ganz schnell über die Bühne gehen wird. „Das läuft über den schriftlichen Weg“, meinte er. So wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis Roland Lüker und Lars Fogh beim Notar sitzen werden.

Ob der Marstall-Teil und die Reithalle für 100 000 oder für nur einen Euro verkauft wird, ist unklar. Roland Lüker will keinen Verkaufspreis nennen. Er verweist darauf, dass die Entscheidung im nicht öffentlichen Teil gefallen ist.

Doch offenbar gibt es noch gar keine Summe. „Wir kennen noch gar keinen Kaufpreis“, ist Manfred Achtenhagen, der Beauftragte des Schlosseigentümers, einigermaßen überrascht. Das bestätigte der stellvertretende Bürgermeister Peter Strehlow: „Wir haben in der Sitzung nicht über den Kaufpreis gesprochen.“

Achtenhagen ist aber auch froh über die Entscheidung der Gemeindevertreter. Er hatte jedoch keine Einladung für die Gemeindevertretersitzung bekommen, um das Vorhaben vorzustellen. Die Einladung will Roland Lüker jetzt schnellstmöglich aussprechen. „Vielleicht könnten wir Herrn Achtenhagen in den Hauptausschuss einladen“, überlegt er. Doch der tagt nicht öffentlich. So könnten die Bürger nicht zuhören, wie es mit dem Marstall weitergehen wird. Wie die Gemeinde in den Besitz von Marstall und Reithalle gekommen ist, weiß Lüker nicht genau. „Der Marstall ist der Gemeinde irgendwann zugeordnet worden.“

Viel genauer können das auch Anwohner nicht sagen. Sie wissen aber, dass der Marstall 1946 im Zuge der Bodenreform in vier Bereiche geteilt worden ist. Die beiden Eigentümer des Mittelteils gaben ihre Teile dann an die LPG ab. Rinder wurden hier gehalten, später wieder Pferde. Der Reitverein habe 1999 ausziehen müssen, als Christian Brück den Marstall kaufen wollte.