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Reichlich Arbeit für die Säge

Holzeinschlag steht auf dem Arbeitsplan der Straßenmeisterei Teterow. An nahezu allen Bundes- und Landestraßen sind die Mitarbeiter mit der Säge am Werk. Ein Zeichen veränderter Sicherheitsanforderungen im Straßenverkehr.

 Wer in den letzten Wochen auf den Straßen der Mecklenburgischen Schweiz unterwegs war, konnte es kaum übersehen: Vielerorts fielen am Straßenrand Bäume der Säge zum Opfer. Erst dieser Tage Pappeln gleich im Dutzend an der B 108 ortsausgangs von Teterow. Das war ein schwieriges Unterfangen. Eine Spezialfirma zerlegte die Bäume unter Einsatz einer Hebebühne stückweise von oben. „Wir mussten diesen Aufwand treiben, da unmittelbar daneben der Betriebshof eines Autohauses liegt. Wir wollten ausschließen, dass es dort zu Schäden kommt“, erläutert Frank Polland, Leiter der Straßenmeisterei Teterow.

Pappeln und Linden sind seine Sorgenkinder. Sie bilden Totholz und neigen zum spontanen Bruch. Doch Gefahren lauern auch bei anderen Laubgehölzen. „Alle paar Jahre haben wir einen massenhaft auftretenden Schädling: Die Moniermotte in Kastanien, den Eichenprozessionsspinner, neuerdings den Pappelbock. Das ist kein neues Phänomen. Aber geändert haben sich die Sicherheitsanforderungen“, macht Polland deutlich.  Die Straßenmeisterei beschäftigt deshalb eigens einen Baumwart.

Der Job von Raik Wagenknecht ist es, Tausende von Bäumen zweimal jährlich zu inspizieren, einmal mit Laub, einmal unbelaubt. Auffälligkeiten werden vermerkt, in Zweifelsfällen wird ein zweiter Sachverständiger hinzugezogen. Im Ergebnis werden jährlich etwa 200 bis 250 Bäume gefällt. Das schließt nicht aus, dass dennoch böse Überraschungen gibt. So brach im Sommer völlig unerwartet der Ast einer Eiche am Gutspark in Levitzow und fiel auf ein Auto. Es grenzte an ein Wunder, dass die Fahrerin nahezu unverletzt blieb. Am Baum waren vorher keine Anzeichen auszumachen, dass er schwächelte (der Nordkurier berichtete).

Einige Jahre zuvor war eine ebenfalls als vital angesehene Eiche kurz vor Klein Köthel auf die Straße gekracht.  „Solche Vorfälle sind sehr selten, aber wir können sie nicht  hundertprozentig verhindern. Es sei denn, wir haben gar keine Bäume mehr entlang den Straßen“, räumt Frank Polland ein. Doch eine solche kahle Landschaft will sich der Teterower in der Fantasie gar nicht ausmalen. „Die Alleen gehören einfach zu Mecklenburg“, findet  er. Und damit dies so bleibt, werden an den Straßen immer wieder Bäume nachgepflanzt.