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Spitzenreiter: Wahlplakat zwei Monate überfällig

Vergessen: Zwei Monate nach der Wahl hing dieses Plakat immer noch in Jürgenstorf. Das Ordnungsamt mahnte das in dieser Woche an.
Vergessen: Zwei Monate nach der Wahl hing dieses Plakat immer noch in Jürgenstorf. Das Ordnungsamt mahnte das in dieser Woche an.
Eckhard Kruse

Eckhardt Rehberg (CDU) gewinnt nicht nur das Direktmandat für den Bundestag. Auch sein Konterfei hält sich am hartnäckigsten - in Jürgenstorf.

Warum wirbt Eckhardt Rehberg zwei Monate nach der Bundestagswahl so lange für einen Sitz im Deutschen Bundestag? Schließlich hat er doch schon vor zwei Monaten das Direktmandat für die CDU in seinem Wahlkreis geholt und wird bald wie gewohnt in Berlin über Gesetze abstimmen. Doch noch lange nach der Wahl stand sein Plakat in Jürgenstorf an der Straße gegenüber der verfallenen Disco „Big Apple“.

Nun gut, irgendwie passte das Wahlplakat hierher. Denn auch das Bildnis von Eckhardt Rehberg sah mächtig lädiert aus. Kein Wunder - Wind und Wetter und Straßenstaub hatten seinem Antlitz mächtig zugesetzt. Die Jürgenstorfer störte das wenig. Sie hatten sich offenbar an das Bild gewöhnt.

Doch in dieser Woche mahnte das Stavenhagener Ordnungsamt nach einem Hinweis das Wegräumen des offenbar letzten Plakates im Amtsbereich Stavenhagen an. Schließlich ist es eine Ordnungswidrigkeit, wenn solche Wahlwerbung zu lange hängen bleibt. Rehberg versprach auch, das Plakat wegzunehmen. „Wir haben eine Plakatierungsfirma beauftragt, die den Auf- und Abbau der insgesamt 2700 Plakate im Wahlkreis durchgeführt hat“, sagte er. Diese Leistungen habe er auch schon bezahlt. Offenbar war es nur vergessen worden. Für ihn könne es bei der Vielzahl der Plakate und Orte – er verweist auf den größten Wahlkreis nach der Fläche – passieren, dass vereinzelt Plakate vergessen wurden, meinte Rehberg. „Das bedaure ich natürlich.“ Es sei aber keine Absicht gewesen.

Für den Fall, dass das Plakat nicht weggeräumt wird, winkt Stavenhagen mit einem Ordnungsgeld. Es wäre das erste in diesem Jahr. Denn nach Auskunft von Anja Vonthien, Sachgebietsleiterin im Ordnungsamt, gebe es bisher kaum Probleme, dass Wahlwerbung nicht rechtzeitig entfernt wird. Wenn  Rehberg sein Plakat nicht wegräumt, hätte er zumindest mit einem Ordnungsgeld von 50 Euro rechnen müssen.

Rehberg selbst müsste das Ordnungsgeld aber gar nicht zahlen. Schließlich hat ja nicht er, sondern die beauftragte Werbefirma versäumt, das Plakat wegzunehmen.