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Sterben Stationen langsam aus?

Ein immer selteneres Bild: das Polizei-Auto am Gnoiener Rathaus. Der Kontaktbeamte muss nun auch Jördenstorf und gelegentlich Krakow und Lalendorf mit betreuen.
Ein immer selteneres Bild: das Polizei-Auto am Gnoiener Rathaus. Der Kontaktbeamte muss nun auch Jördenstorf und gelegentlich Krakow und Lalendorf mit betreuen.
Torsten Bengelsdorf

Streifenwagen Schrott, der Polizist über mehrere Wochen krank geschrieben: Der Unfall eines Kontaktbeamten zeigt, wie schwierig es ist, die Polizeistationen auf dem Lande überhaupt noch zu besetzen. Wie lange kann das noch gut gehen?

Beleidigungen, Nachbarschafts-Streitereien oder ein Fall von Computerbetrug: Wenn die Gnoiener Ärger haben, kommen sie schnell mal ins Rathaus zu ihrer Polizeistation. Doch in letzter Zeit stehen sie immer öfter vor verschlossener Tür. Der am Rathaus geparkte Streifenwagen ist ein seltenes Bild geworden. Polizeihauptmeister Bernd Schneider schaute bisher etwa viermal in der Woche in Gnoien nach dem Rechten. Wenn es gut läuft, schafft er es jetzt noch zweimal pro Woche. Der Grund: Schneider hat nun auch noch die Polizeistation in Jördenstorf übernommen. Als sein Kollege dort vor einigen Wochen in den Ruhestand ging, wurde die Stelle nicht neu besetzt.

"Es gibt derzeit keine Beschwerden"

Alles kein Problem, versichert der Leiter des Teterower Polizeireviers, Dirk Höhlein. „Wir können unsere Arbeit trotzdem in hoher Qualität sichern. Es gibt derzeit keine Beschwerden aus der Bevölkerung“, sagt Höhlein.

Das stimme aber nur, wenn gerade nicht viel passiert und es gut läuft, heißt es von seinen Beamten hinter vorgehaltener Hand. Derzeit läuft es nun gar nicht gut. Der eigentlich für Gnoien zuständige Polizist muss nun auch noch öfter in Krakow am See und in Lalendorf vorbeischauen. Auch dort hat das Teterower Polizeirevier noch Stationen. Und auch dort ist schon kräftig an Personal gespart worden.

Aus Teterow und Gnoien nach Krakow

Der einzige Kontaktbeamte für Krakow und Lalendorf hatte nun gerade einen schweren Verkehrsunfall. In Güstrow war ein Auto in seinen Streifenwagen gefahren, der nun nur noch Schrott ist. Der Beamte ist mehrere Wochen krankgeschrieben. Nach Krakow und Lalendorf schickt die Polizei nun abwechselnd mit dem Gnoiener Kollegen öfter ihren Teterower Kontaktbeamten.

„Wir haben ja noch den regulären Streifendienst und wenn etwas Außergewöhnliches passiert, können wir immerhin noch Kräfte anfordern“, hält Revierleiter Höhlein den Ball flach, räumt dann aber doch ein, dass es schon eine Kraftanstrengung sei, den ausgefallenen Kollegen zu ersetzen und nun mit zwei statt zuvor noch insgesamt fünf Kontaktbeamten klar zu kommen.