Rechtsanwalt Thomas Löcker (rechts) mit seinen Mandanten bei dem Prozessbeginn Anfang Mai dieses Jahres.
Rechtsanwalt Thomas Löcker (rechts) mit seinen Mandanten bei dem Prozessbeginn Anfang Mai dieses Jahres. Thomas Beigang/Archiv
Richter krank

Verfahren gegen mutmaßliche Kokain-Kuriere vorerst ausgesetzt

Drei Männer aus MV sollten eigentlich vor Gericht stehen. Doch Beschwerden der Anwälte, Befangenheitsanträge und jetzt eine Erkrankung eines Richters erschweren den Prozess.
Neubrandenburg

Das Verfahren am Landgericht Neubrandenburg gegen eine Bande von mutmaßlichen Drogenkurieren wird vorerst ausgesetzt. Das teilte das Gericht am Montag mit. Sieben Termine seien bisher durchgeführt worden, doch eine längerfristige Erkrankung eines beteiligten Richters erlaube eine Fortsetzung des Verfahrens in der vorgegebenen Frist nicht, hieß es weiter.

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Ein 58-Jähriger aus Rosenow sowie zwei jeweils 38 Jahre alte Männer aus Stavenhagen und Schwerin sollen Kokain in elf Fällen aus den Niederlanden nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht und damit gehandelt haben. Ermittler waren dem Trio nach monatelangen Ermittlungen im Herbst 2020 auf die Spur gekommen. Bei der Festnahme wurden auch etwa zwei Kilogramm Kokain gefunden. Dessen Wert war auf eine sechsstellige Summe geschätzt worden. Außerdem wurden kleinere Mengen anderer Drogen, Schlagringe und andere verbotene waffenähnliche Gegenstände, Mobiltelefone und 30 000 Euro Bargeld beschlagnahmt.

Das Verfahren, das bereits im Mai dieses Jahres begonnen hatte, muss nach Vorlage an das Oberlandesgericht zur Prüfung der Fortdauer der Untersuchungshaft neu begonnen werden. Schon zu Beginn des Prozesses gab es Beschwerden der Anwälte sowie Befangenheitsanträge gegen Schöffen und Richter. Der Verteidiger eines Angeklagten bezeichnete die Anklageschrift als „Ansammlung inhaltsleerer Floskeln“. Mehr dazu lesen Sie hier.

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