Während vor dem Rathaus getrommelt wurde, versammelte sich die Demonstranten in der Mitte des Neustrelitzer Markts.
Während vor dem Rathaus getrommelt wurde, versammelte sich die Demonstranten in der Mitte des Neustrelitzer Markts. Tobias Lemke
Eine Gruppe von rund 50 Menschen ging in Torgelow auf die Straße. Ein Teilnehmer (rechts) maskierte sich auch ohne Maske
Eine Gruppe von rund 50 Menschen ging in Torgelow auf die Straße. Ein Teilnehmer (rechts) maskierte sich auch ohne Maskenzwang freiwillig. Eckhard Kruse
Die Polizei hatte in Torgelow wenig Arbeit, die Beamten gingen nur vor Demobeginn gegen eine „Vermummung” vor.
Die Polizei hatte in Torgelow wenig Arbeit, die Beamten gingen nur vor Demobeginn gegen eine „Vermummung” vor. Eckhard Kruse
41 Teilnehmer trafen sich am Montag am Teterow Hechtbrunnen, um gegen die Corona-Impfpflicht zu protestieren.
41 Teilnehmer trafen sich am Montag am Teterow Hechtbrunnen, um gegen die Corona-Impfpflicht zu protestieren. Nadine Schuldt
Corona-Protest

Demos gehen trotz gescheiterter Impfpflicht weiter

Am Montagabend waren wieder mehr Teilnehmer beim Corona-Protest auf der Straße. Und sie wollen weitermachen, denn noch sind ihre Forderungen nicht vollständig erfüllt.
Seenplatte Vorpommern

Auch nach Ablehnung der allgemeinen Impflicht im Bundestag sind in mehreren Städten im Osten Mecklenburg-Vorpommerns am Montagabend wieder Menschen auf die Straße gegangen – mitunter sogar mehr als in der Vorwoche, wo Wind und Wetter die Demolust getrübt hatten.

Hotspot-Regelung in MV wird kritisiert

„Wir dürfen uns heute freuen. Ohne die vielen Demos wäre die Impflicht nicht gekippt worden”, sagte Juliane Lasarzik de Ascurra vom Organisationsteam vor deutlich mehr als 100 Teilnehmern auf dem Markt von Neustrelitz. Zugleich wurde angekündigt, dass auch an den kommenden Montagen im April weiterhin Proteste in Neustrelitz stattfinden sollen.

Lesen Sie auch: Südamerika – von der Corona-Hölle zum Impfvorreiter

Teilnehmer erklärten den Nordkurier-Reportern warum, sie weiterhin an den Demonstrationen, unter anderem auch am kommenden Ostermontag, festhalten woltlen. So seien die einrichtungsbezogene Impflicht und die Hotspot-Regelung in Mecklenburg-Vorpommern Punkte, die es aus ihrer Sicht immer noch abzuschaffen gelte. „Wir ruinieren uns damit die heimische Wirtschaft, insbesondere in der Hotellerie und Gastronomie”, erklärte etwa Daniela Preuß vom Unternehmerverband Mecklenburg-Strelitz.

50 Teilnehmer in Torgelow unterwegs

„Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung“ klang es auch beim Montagsspaziergang auf den Torgelower Straßen aus Megaphonen und etlichen Kehlen der Demo-Teilnehmer. Etwa 50 Personen hatten sich dazu am Rathaus versammelt. Die Polizei forderte einen Demonstranten auf, seine Vermummung abzulegen. Dann konnte der Zug losgehen, der bis etwa 19.15 Uhr unterwegs war.

„Deutschland gegen den Corona-Wahnsinn“, stand auf dem Banner an der Spitze. Dazu forderte man „Zwangsmaßnahmen beenden“ und „Normalität wiederherstellen“. Ein Spaziergänger verhüllte sein Gesicht dann aber doch wieder, obwohl es bei solchen Demonstrationen keine Maskenpflicht mehr gibt.

Auch interessant: Impfpflicht gescheitert - darum gibt es trotzdem Demos

Eine Veranstaltung für Frieden und Versöhnung hatten Christine Kutzer und Johannes Körner von der Europäischen Religionsgemeinschaft angemeldet. Sie sangen ab 16.30 Uhr christliche Lieder vor dem Torgelower Rathaus. Auch dort versammelten sich einige Personen.

Überrascht vom erneuten Zulauf

In Teterow wollte Organisator Christian Wolter die Reihe der Montagsdemos gegen die Impfpflicht und die Spaltung der Gesellschaft eigentlich beenden. Doch angesichts von diesmal 41 Teilnehmern und damit fast drei mal so viel wie in der vergangenen Woche – da kamen nur 15 Leute – , will er die Demos nun weiterführen. „Ich befürchte, dass das Thema wieder aktuell werden könnte“, sagt Wolter unter anderem mit Blick auf die Impfpflicht für Pflegeberufe.

Lesen Sie außerdem: Corona-Maßnahmen könnten nächste Grippewelle gefährlicher machen

Zudem hätten Bundespolitiker angekündigt, dass sie die Entscheidung im Bundestag, wo vergangenen Donnerstag gegen die Impfpflicht gestimmt wurde, nicht akzeptieren wollten. Auch Demo-Teilnehmer sprachen sich dafür aus, dass die Montagsdemos weitergehen sollten. Christian Wolter will sich nun mit den Organisatoren aus den anderen Städten wie Malchin, Krakow am See und Gnoien zusammensetzen und über künftige Proteste sprechen. In zwei Wochen könnte es dann weitergehen.

zur Homepage

Kommentare (1)

Die Impfpflicht ist nicht vom Tisch. Sie wollen sie über die EU hintenrum einführen. Nordkurier recherchiert vernünftig
[Frage d. Red.: Haben Sie Ihre Quelle bitte für die Leserschaft und uns parat?]