Auf dieser Fläche in Teterow könnten vier Stellplätze für Wohnmobile ausgewiesen werden.
Auf dieser Fläche in Teterow könnten vier Stellplätze für Wohnmobile ausgewiesen werden. Simone Pagenkopf
Tourismus

Stellplatz für Wohnmobile ist einigen zu teuer

Eine erste Planung für vier Stellflächen in Teterower See-Nähe gibt es. Tourismus-Vertreter sehen den Bedarf. Aber Stadtvertreter schauen kritisch auf die Kosten.
Teterow

Es klingt ganz einfach: Die Brombeerhecke müsste weg und auch zwei Kopfweiden – was die Stadt Teterow im Übrigen schon lange plant. Dann könnte die Fläche am Wendendamm, an die sich der Parkplatz zum See anschließt, gepflastert werden. Optimal, um hier vier Stellplätze für Wohnmobile auszuweisen, wie es aus planerischer Sicht heißt.

Geld wäre im Haushalt eingeplant

Eine Elektrosäule mit vier Anschlüssen komme noch hin, Anschlussmöglichkeiten ans Schmutz- und Trinkwassernetz und die Stromversorgung seien bereits vorhanden. Für den Ausbau der Wohnmobilstellplätze hat die Bergringstadt im diesjährigen Haushalt auch schon mal 72.000 Euro ausgewiesen. Wie der Stellplatz dann betrieben wird, ist indes offen. Und das letzte Wort scheint ohnehin noch nicht gesprochen.

Lesen Sie auch: Schilderstreich – Wer hat aus Teterow einfach Güstrow gemacht?

Jana Koch, Leiterin der Tourist-Info, hebt eine mögliche Aufwertung des touristischen Angebotes und eine sinnvolle Ergänzung der Übernachtungsmöglichkeiten in Teterow hervor. Und Sigrun Maibohm von der Unabhängigen Teterower Fraktion (UTF) weiß als Leiterin der Jugendherberge gerade aus den zurückliegenden zwei Jahren um die zunehmende Nachfragen nach Wohnmobil-Stellplätzen.

Kostenfrage für einige das entscheidende Gegenargument

Indes hält Mathias Schmitus (AfD) dagegen: „Welcher Teterower profitiert davon?“ Er schlägt vielmehr vor, die Fläche mit in den Parkplatz einzubeziehen, denn gerade wenn im Sommer im Naturbad die Schwimmlager stattfinden würden, reiche der nicht aus. Vor allem aber gehe es um die Kosten.

Auch interessant: Bald Hochzeiten auf Teterows Burgwallinsel?

Jana Koch räumt nach jetzigem Planungsstand ein, dass diese nicht 1:1 reingeholt würden. Das sorgt auch bei CDU-Stadtvertreter Wolfgang Blanck für Unverständnis. „Es geht um Geld und bei Geld hört der Spaß auf“, sagt er. „Leute, die mit einem Caravan kommen, haben Geld. Nicht, dass das von der Stadt subventioniert wird. Es muss garantiert sein, dass im Laufe der Jahre die Kosten reingespielt werden. Sonst macht das keinen Sinn für uns“, so der CDU-Mann. Die Stadt habe genug andere Aufgaben, die sie leisten müsse, weist er auf die Haushaltslage hin.

Erst einmal ein Finanzierungskonzept gefordert

Jürgen Paries von der SPD bringt in Bezug auf die Finanzierung der Wohnmobil-Stellplätze einen anderen Gedanken ins Spiel. „Warum muss die Stadt das machen? Über Strom und Wasser kommt Geld zurück“, schlägt er vor, einfach mal mit den Stadtwerken als möglichem Investor zu sprechen.

Außerdem lesenwert: 100. Rennen am Teterower Bergring soll im Juni starten

Auf jeden Fall wollen die Stadtvertreter erst einmal ein Finanzierungskonzept sehen, das den Betrieb einschließt. Vorher wird es keine Entscheidung zum Ausbau von Wohnmobilstellplätzen in Teterow geben. Übrigens, laut aktuellem Bußgeldkatalog kann man in Deutschland mit seinem Wohnmobil dort parken, wo es nicht ausdrücklich durch die StVO oder Verkehrszeichen untersagt ist. Was das Übernachten betrifft, ist einmaliges Schlafen zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ in der Regel zulässig. Dabei gehen die Behörden meist von einem Zeitraum von zehn Stunden aus, heißt es. Sich häuslich einrichten oder Campingmöbel aufstellen sollte man da aber nicht.

zur Homepage