Fridays For Future
150 Teterower Schüler streiken für mehr Klimaschutz

Bunt und lautstark bewegte sich der Protestzug der Schüler durch die Stadt.
Bunt und lautstark bewegte sich der Protestzug der Schüler durch die Stadt.
Eberhard Rogmann

Erwachsene waren kaum dabei, als Schüler aus Teterow und Umgebung zu einer Demonstration für den Klimaschutz aufbrachen. Neben der Theorie war beim "Fridays for Future"-Marsch aber auch die Praxis wichtig.

Mit einer klaren Botschaft zogen am Freitag etwa 150 Schüler durch die Straßen Teterows. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut” skandierten sie. Ungeachtet der verweigerten Freistellung durch ihre Schulen schlossen sie sich der weltweiten Protestbewegung Fridays for Future an.

Neben Gymnasiasten reihen sich Teenager der Regionalschulen Teterow, Gnoien und Jördenstorf in den Demonstrationszug ein. Mit Spruchbändern und fantasievoll gestalteten Plakaten brachten sie ihrer Forderungen nach wirksamen Maßnahmen gegen den Klimawandel zum Ausdruck.

Bürgermeister lädt zum Frühjahrsputz ein

Auf dem Markt bekundeten die Jugendlichen gegenüber Bürgermeister Andreas Lange ihre Forderungen. Neben dem großen Ziel, die Stadt solle bis 2030 klimaneutral sein, unterbreiteten sie ganz praktische Vorschläge, unter anderem für mehr Papierkörbe.

Dass sie es selbst ernst meinen, zeigten sie an Ort und Stelle. Während ihres Marsches hatten sie Abfälle am Wegesrand aufgelesen und stellten diese in Papiertüten vor dem Rathaus ab.

Schüler nach der Demo zum Unterricht

Andreas Lange versicherte den Schüler, dass er ihr Anliegen unterstütze. Er wies auf konkrete Anstrengungen der Stadt im Klimaschutz hin. Als Beispiele führte er die Stadtwerke an, die einen hohen Anteil von grünem Strom sowie der Fernwärmeversorgung aus erneuerbaren Energien liefern. Er appellierte an die jungen Leute, ihren persönlichen Beitrag im Alltag zu leisten und lud sie zum Frühjahrsputz am 27. April ein.

Starken Zuspruch erhielten die Schüler von Walfriede Schmidt. Die 76-Jährige verhehlte ihre Enttäuschung über die „verschnarchten Teterower” nicht, die den Appell ihrer Kinder ignorierten. Tatsächlich ließ sich kaum jemand am Straßenrand, geschweige auf dem Marktplatz blicken. Sie ermunterte die Jugend, auf dem eingeschlagenen Weg unverzagt weiter voran zu gehen. Nach Abschluss der Kundgebung begaben sich die Teterower Schüler zurück in den Unterricht an ihre Schulen.