Viele Demo-Teilnehmer hatten am Sonntag wieder Kerzen dabei, die sie am Rathaus abstellten. Etwa 350 Personen nahmen dann an d
Viele Demo-Teilnehmer hatten am Sonntag wieder Kerzen dabei, die sie am Rathaus abstellten. Etwa 350 Personen nahmen dann an dem Umzug durch Malchin teil. Foto: Torsten Bengelsdorf
Bärbel Krohn stellte sich als Versammlungsleiterin zur Verfügung und rief die Demo-Teilnehmer auch dazu auf, Abstand
Bärbel Krohn stellte sich als Versammlungsleiterin zur Verfügung und rief die Demo-Teilnehmer auch dazu auf, Abstand zu halten. Torsten Bengelsdorf
Corona-Protest

350 Menschen schließen sich Demo in Malchin an

Erneut haben viele Malchiner ein Zeichen gegen die Spaltung der Gesellschaft durch die Corona-Maßnahmen gesetzt.
Malchin

Bärbel Krohn musste am Sonntagnachmittag nicht lange überlegen. Als die Polizei einen Ansprechpartner für den Demonstrationszug durch die Stadt Malchin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) suchte, erklärte sich die Malchinerin dazu bereit. Sie wisse zwar nicht, wer die Versammlung mit dem Lichterspaziergang organisiert hatte. „Doch es ist mir ganz wichtig, dass es hier friedlich, wohlwollend und in einem guten Miteinander abläuft, egal, wie man nun denkt“, meinte Bärbel Krohn. Bevor sich der Menschenzug vom Marktplatz aus in Bewegung setzte, rief sie dazu auf, Abstand zu halten und, wenn nötig, eine Maske aufzusetzen. „Die Polizei wird uns wohlwollend begleiten“, sagte sie unter dem Beifall der Umstehenden.

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Deutlich mehr Menschen als in der Vorwoche

Etwa 350 Menschen hatten sich zu dem Demonstrationszug zusammengefunden. Und damit deutlich mehr als noch in der Vorwoche. Unter den Demonstranten waren Bürger verschiedener Altersgruppen, auch Familien mit Kindern. „Was aufhören muss, ist dieses Gehetze. Es sollte endlich akzeptiert werden, dass es Menschen gibt, die sich impfen lassen, und welche, die sich eben nicht impfen lassen“, meinte eine Malchinerin, die ihren Namen nicht verraten wollte, sich aber als Krankenschwester zu erkennen gab. Jeder müsse frei entscheiden können. Eine Frau namens Karin zählte die Teilnehmer zu Beginn der Demo am Markt und kam da noch auf 216. Es müsse endlich die Wahrheit gesagt werden und es müssten auch jene Virologen zu Wort kommen, die sich gegen die staatlichen Maßnahmen aussprechen würden, meinte Karin.

Ebenfalls nur ihren Vornamen verraten wollte Petra. Es werde zu viel Angst und Panik verbreitet, sagte sie. Auch Eltern würden immer mehr verunsichert, ob sie ihre Kinder denn nun impfen lassen sollten. So wie bereits vor einer Woche beklagten viele der Teilnehmer die Spaltung der Gesellschaft durch die Corona-Maßnahmen.

Störungsfreier Ablauf

Die Menschenmenge zog durch die Wargentiner Straße bis zur Zachow-Kreuzung, dann durch die Rudolf-Fritz- und die Bahnhofstraße, über die Karl-Dressel-Straße zurück zum Marktplatz. Die Polizei begleitete den Zug mit 25 Einsatzkräften. Außerdem hatten sich spontan 13 Ordner zur Verfügung gestellt, die ebenfalls für einen störungsfreien Ablauf sorgten.

Als sich Malchins Polizei-Chef Steffen Bühring schließlich für das gute Miteinander bedankte, ernteten er und seine Beamten Applaus. „Das ist etwas, was wir auch nicht alle Tage erleben“, meinte Bühring. Und auch Bärbel Krohn war zufrieden: „Es war super. Wir haben in friedlicher Absicht gezeigt, dass es so nicht weitergehen kann.“ Ob sie nächsten Sonntag wieder die Versammlungsleitung übernimmt? „Das muss ich noch mit meiner Familie besprechen“, sagte die Malchinerin.

Einen Abend zuvor war es bereits in Neukalen zu einer Demonstration gekommen, an der laut Polizei 40 Menschen teilnahmen.

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