ZWISCHENFALL IN DARGUN

36-jähriger nimmt Bushaltestelle unter Beschuss

Ein Mann hat gegenüber der Polizei die Tat eingeräumt, eine Schusswaffe konnten die Beamten bei ihm aber nicht finden.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Diese Bushaltestelle in der Demminer Straße von Dargun ist am Montagabend vermutlich mit einem Luftgewehr beschossen worden.
Diese Bushaltestelle in der Demminer Straße von Dargun ist am Montagabend vermutlich mit einem Luftgewehr beschossen worden. Torsten Bengelsdorf
Dargun.

Die Scheiben in der Bushaltestelle haben dem Beschuss standgehalten. Nur kleine, runde Dellen sind in dem Glas auszumachen. Fünf solcher Beschädigungen hat die Polizei an dem Wartehäuschen in der Demminer Straße von Dargun gegenüber vom Norma-Markt festgestellt. Ein Projektil lag noch am Boden. Damit hat sich bestätigt, was Anwohner bereits am Dienstag dem Nordkurier beschrieben hatten. Die Bushaltestelle stand am Montagabend mehrfach unter Beschuss. Bei der Waffe soll es sich um ein Luftdruckgewehr handeln, das die Polizei bisher aber nicht gefunden hat. Dafür haben die Beamten aber einen Tatverdächtigen ermittelt, einen 36-jährigen Darguner, der inzwischen auch eingeräumt habe, geschossen zu haben, wie Polizeisprecherin Kathrin Jähner am Mittwoch berichtete. Er habe die Polizisten am Montagabend auf „freiwilliger Basis“ sogar in die Wohnung, oder zumindest in die Räume, gelassen, von denen die Schüsse aus abgegeben worden sein sollen. Hier fanden die Beamten dann zwar kein Gewehr, dafür aber einen Schlagring – laut Waffengesetz ein verbotener Gegenstand, weshalb gegen den Mann nun auch eine Strafanzeige vorliegt.

Nach den Schüssen auf die Bushaltestelle müsse er sich vorerst dagegen lediglich wegen einer Sachbeschädigung verantworten, hieß es weiter. Der Polizei würden derzeit nämlich keine Erkenntnisse darüber vorliegen, dass sich Personen an der Bushaltestelle aufgehalten hätten. Deshalb sind nun Zeugen, die etwas Anderes beobachtet haben, dringend aufgefordert, sich bei der Polizei in Demmin zu melden.

Warum der Mann die Bushaltestelle ins Visier genommen hatte, ist derzeit noch unklar. Die Polizei habe eine sogenannte Gefährderansprache durchgeführt. Da die Waffe aber noch nicht gefunden wurde, ist die Gefahr eventuell auch noch nicht vorüber. Am Mittwoch berichtete ein Anwohner erneut dem Nordkurier, auch am Sonntag bereits einen Schuss gehört zu haben. Ähnlich hatten sich zuvor auch bereits andere Zeugen geäußert. Die Polizei war allerdings erst am Montagabend verständigt worden, als erneut Schüsse über die Demminer Straße peitschten. Die Ermittlungen dauern an.

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