WARNSTREIK IN STAVENHAGEN

60 Pfanni-Mitarbeiter streiken für höheren Lohn

Die Beschäftigen des Pfanniwerks in Stavenhagen fordern 8,2 Prozent mehr Lohn. Am Warnstreik beteiligen sich dieses Mal aber weniger Mitarbeiter als 2016.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Etwa 60 Beschäftigte des Pfanniwerks in  Stavenhagen legten am Dienstag für vier Stunden die Arbeit nieder.
Etwa 60 Beschäftigte des Pfanniwerks in Stavenhagen legten am Dienstag für vier Stunden die Arbeit nieder. Eckhard Kruse
Stavenhagen.

Das Pfanniwerk in Stavenhagen wird seit 12 Uhr bestreikt. 35 Mitarbeiter gingen zu dieser Uhrzeit vor das Werktor. Sie folgten dem Aufruf der Gewerkschaft NGG (Nahrung, Genuss, Gaststätten), die einen vierstündigen Warnstreik angekündigt hatte. Zur Spätschicht kamen noch einmal 25 Beschäftigte dazu.

Die Gewerkschaft wie der Pfanni-Betriebsrat fordern eine Lohnangleichung an den Tarif der Ernährungswirtschaft in Schleswig-Holstein und Hamburg. Dort gebe es laut Pfanni-Betriebsrat Thomas Mierck 8,2 Prozent mehr Lohn. So ein Entgelt wolle man auch in Stavenhagen und MV haben.

Stufenplan zur Angleichung denkbar

Thomas Mierck und NGG-Landesgeschäftsführer Jörg Dahms waren mit dem letzten Angebot der Arbeitgeberseite nicht einverstanden. Die hatte bei der dritten Tarifrunde Lohnerhöhungen von 3,1 und nachfolgend 2,4 Prozent angeboten.

„Wir möchten jetzt aber eine Angleichung an den Westlohn”, machte Mierck deutlich. Möglich sei auch ein Stufenplan über drei bis vier Jahre, über den die Beschäftigen von Pfanni und anderen Werken in MV an den Tarif in Schleswig-Holstein herangeführt werden.

Weniger Streikende als 2016

Deswegen gingen die Beschäftigten vor das Werktor. Thomas Mierck räumte zwar ein, dass sich viel weniger Mitarbeiter als 2016 beteiligten. Damals hatte man den Arbeitskampf mit 93 Streikenden begonnen. Dennoch sieht er das Ziel erreicht.

Seiner Aussage zufolge stünden die Grundproduktion und die Kartoffelwirtschaft komplett. Die Abfüllerei sei teilweise lahmgelegt. In der Mischerei, bei den Technikern, hätten sich hingegen nicht alle Mitarbeiter beteiligt. Von den 20 bis 25 Verwaltungsangestellten sei überhaupt niemand dem Streikaufruf gefolgt.

Schaden noch unbekannt

Werkleiterin Anke Weber und Unilever-Sprecher Konstantin Bark sprachen allerdings davon, dass ein Großteil der Produktion läuft. Das habe man in den vergangenen Tagen durch Vorbereitungen erreichen können. Wie hoch der Schaden durch Produktionsausfälle ist, konnte man noch nicht sagen.

Gewerkschaft und Betriebsrat hoffen nun auf ein besseres Angebot der Arbeitgeberseite. Andernfalls wolle man den Druck auf das Unternehmen verstärken. „Wir lassen uns nicht länger verdummen”, betonte Thomas Mierck. Jörg Dahms forderte sogar, dass sich die Landespolitik zu Wort meldet. Denn nach 30 Jahren müsse die Ungleichbehandlung bei den Löhnen in Ost und West beendet werden.

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