ELEKTRONISCHE STAU-WARNER

A20-Umleitung erst ab Herbst über die B 110

Das elektronische System, das Autofahrern eine Alternative zur A20-Loch-Umleitung anbieten soll, ist komplizierter und teurer als gedacht. Für den Urlaubsverkehr kommt es deshalb wohl zu spät.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Hier heißt es einordnen, denn im Trebeltal bei Tribsees ist die Autobahn seit Herbst vergangenen Jahres gesperrt. Ab Ende September soll Autofahrern eine großräumige Umleitung über die B 110 angezeigt werden.
Hier heißt es einordnen, denn im Trebeltal bei Tribsees ist die Autobahn seit Herbst vergangenen Jahres gesperrt. Ab Ende September soll Autofahrern eine großräumige Umleitung über die B 110 angezeigt werden. Torsten Bengelsdorf
So soll die Umleitung ablaufen.
So soll die Umleitung ablaufen. H. Wahle
Dargun.

Das dürfte schon mal ein Vorgeschmack auf die Urlaubssaison gewesen sein: Bis zu drei Stunden mussten Autofahrer beim Rückreiseverkehr vom verlängerten Himmelfahrtswochenende an der im Moor versunkenen A20 ausharren, so voll war es auf den Umleitungsstrecken. Auch für die Sommermonate wird nun kaum Entspannung zu erwarten sein.

Das vom Verkehrsministerium in Schwerin angekündigte elektronische Umleitungssystem, das den Autobahn-Reisenden empfehlen soll, doch besser auf die B110 über Dargun und Gnoien auszuweichen, wird frühestens Ende September in Betrieb gehen können, wie das Ministerium am Montag auf Nordkurier-Nachfrage mitteilte. Noch im Februar war geplant, mit dem Probebetrieb bereits im Juni zu beginnen. Doch nun wäre das Projekt beinahe gescheitert, denn die elektronischen Tafeln sind um ein Vielfaches teurer als zunächst gedacht. Das Ministerium war anfangs von 500.000 Euro ausgegangen.

A20-Umleitsystem lässt Fahrern die Wahl

Doch an dem Entlastungssystem für den A20-Absacker führt wohl kein Weg vorbei. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr habe deshalb in Verhandlungen jetzt doch noch einen deutlich günstigeren Preis für die elektronischen Tafeln aushandeln können, eine Summe nannte das Ministerium aber nicht. Inzwischen sei der Auftrag erteilt worden, sodass die Hightech-Schilder bis Ende September aufgebaut sein sollen.

Bis zum Herbst sollte auch die Hilfsbrücke über dem A20-Loch aufgestellt sein. Allerdings kommt es dabei ebenfalls zu Verzögerungen. Einem Bericht der Ostsee-Zeitung zufolge muss ein Bau-Auftrag dafür neu ausgeschrieben werden.

Das System lasse den Autofahrern die Wahl, die Entlastungsstrecke über die B110 zu nehmen, erläutert Ministeriumssprecherin Katharina Henkel. „Der Urlauber bzw. Verkehrsteilnehmer entscheidet dann selbst, welche Strecke er fahren möchte. Wir leiten den Verkehr also nicht um, sondern weisen auf Alternativen hin“, betont Katharina Henkel.

So soll die Umleitung ablaufen.

Dargun hat wegen A20-Verkehr Tempo 30 beantragt

Die elektronischen Tafeln werden dazu auf der A20 bei Tessin anzeigen, wie schnell man auf der Autobahn an der Abbruchstelle vorbei kommt und wie lange es im Vergleich dazu dauern würde, die B110 über Gnoien, Dargun, Demmin nach Grimmen zu benutzen. Das gleiche Hinweissystem soll für die entgegengesetzte Richtung auf der A20 bei Grimmen Ost aufgestellt werden. Das Umleitungssystem kann aber auch auf eine Vollsperrung aufmerksam machen, wenn auf der A20 etwa in Folge einer Havarie oder eines Unfalls gar nichts mehr geht.

Vor allem in der Stadt Dargun sieht man mit großer Sorge, dass sich der Autobahn-Verkehr ab Herbst dann immer wieder mal durch die engen Straßen der Innenstadt quälen wird. Die Stadt will den Verkehr deshalb mit Tempo 30 ausbremsen. Ein Antrag dazu liegt der Straßenverkehrsbehörde des Seenplatten-Landkreises vor. Schon jetzt hat vor allem der Lkw-Verkehr auf der B110 selbst in den Nachtstunden deutlich zugenommen.

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