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A20-Debakel setzt Straßenbauer bei Gnoien und Dargun unter Druck

Die B 110 ist zwischen Dargun und Demmin auch in der kommenden Woche noch auf einigen Abschnitten voll gesperrt. Ob danach die Bundesstraße als A-20-Ausweichstrecke herhalten muss, ist noch ungewiss.
Die B 110 ist zwischen Dargun und Demmin auch in der kommenden Woche noch auf einigen Abschnitten voll gesperrt. Ob danach die Bundesstraße als A-20-Ausweichstrecke herhalten muss, ist noch ungewiss.
Denny Kleindienst

Ausgerechnet jetzt, wo ein Stück Autobahn im Moor versinkt, sind mögliche Umleitungen wegen Bauarbeiten gesperrt. Doch das soll sich nun rasch ändern.

Bei den Baustellen auf Bundes- und Landesstraßen im Umfeld der weggebrochenen A  20 ist Eile geboten. Zum Beispiel auf der Landesstraße  23, die die Stadt Gnoien mit der Ostseeautobahn verbindet und dann weiter nach Bad Sülze führt. Seit August ist die L 23 wegen Straßenbaus gesperrt, seit einigen Tagen nun aber zumindest zwischen Gnoien und der Autobahn wieder befahrbar.

Für die Umleitung der teilgesperrten A 20 nützt das allerdings wenig, weil hier der zweite Abschnitt der Landesstraße von Böhlendorf bis nach Bad Sülze interessant wird. „Hier werden die Arbeiten noch bis Ende Oktober/Anfang November dauern“, erklärte am Donnerstag der Leiter des Straßenbauamtes in Stralsund, Ralf Sendrowski. Gut möglich sei es, dass dann die Landesstraße über Böhlendorf zur A 20-Umleitung wird, sodass sich der Autobahnverkehr nicht mehr durch Bad Sülze und Sanitz quälen muss. Die Autobahn wäre dann nur noch zwischen zwei Anschlussstellen auf einer Länge von sechs Kilometern gesperrt.

B 110 noch mehr als eine Woche Baustelle

Doch offenbar wachsen die Zweifel, ob das wirklich funktionieren kann. „Die Umleitungsstrecke bei Tribsees führt durch das gleiche Moor wie die A20. Da könnte es schon Bedenken geben“, räumt Sendrowski ein. Immer öfter taucht deshalb jetzt in den Diskussionen die B 110 als mögliche großräumige Umfahrung für die weggesackte A20 auf. Doch auch die Bundesstraße ist im Moment auf einem wichtigen Abschnitt Baustelle. Zwischen Dargun und Demmin setzen die Straßenbauer alles daran, mit der neuen Fahrbahn in der nächsten Woche fertig zu werden.

Am Donnerstag wurde zumindest die Straße zwischen Dargun und Zarnekow wieder freigegeben. Der gesamte Abschnitt bis Demmin soll nach jetziger Planung ab dem 23. Oktober wieder befahrbar sein, wie das Straßenbauamt am Donnerstag mitteilte.

Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) sprach nach dem Fiasko mit der eingestürzten Trebeltalbrück von "Pfusch". Noch ist die Gegenfahrbahn Richtung Stettin an dieser Stelle befahrbar. Am Freitag steht dort eine weitere Untersuchung an.