Bagger packt zu
Abriss von Berufsschule Jürgenstorf gestartet

Der Abrissbagger fraß sich zuerst in zwei Anbauten, die später an das alte Berufsschulgebäude in Jürgenstorf angebaut worden waren.
Der Abrissbagger fraß sich zuerst in zwei Anbauten, die später an das alte Berufsschulgebäude in Jürgenstorf angebaut worden waren.
Eckhard Kruse

15 Jahre lang stand die ehemalige Berufsschule von Jürgenstorf leer, nun wird sie dem Erdborden gleich gemacht. Dabei finden die Bauleute vor allem einen Schadstoff.

Der Abriss der ehemaligen Betriebsberufsschule Jürgenstorf hat nun begonnen. Ein Bagger der Abbruchfirma Otto Freerk fraß sich in zwei neuere Anbauten, die zum Ende der DDR gebaut worden war.

Die restlichen Gebäude der 1956 errichteten Berufsschule des einstigen Volkseigenen Gutes (VEG) werden noch einige Wochen auf den Abriss warten müssen. Bauleiter Dietmar Namokel geht aber davon aus, dass auch der Abbruch des Hauptgebäudes noch in diesem Jahr beginnen wird.

Viel asbesthaltige Pappe gefunden

„Die Entkernungsarbeiten sind erledigt”, sagte Namokel. Derzeit steckten die Bauarbeiter in den alten Schulgebäuden mitten in der Schadstoffsanierung. Vor allem gebe es viel asbesthaltige Pappe zu entsorgen, die zu DDR-Zeiten verbaut worden war.

Die Schadstoffbelastung der Schule hatte auch die Abrisskosten in die Höhe getrieben. Statt 580.000 Euro wurden es mit der Schadstoffplanung 630.000 Euro. Das verzögerte auch den Abbruch. Der Baubeginn verschob sich von Dezember 2017 auf Januar 2018. Nun konnten die Abbrucharbeiten endlich starten. Der Landkreis Seenplatte als Eigentümer rechnet mit einem Bauende im Frühjahr 2019.

Anlauf für neue Nutzung gescheitert

In der Berufsschule wurden zu DDR-Zeiten landwirtschaftliche Fachkräfte ausgebildet. Von 1992 bis 2003 war die Betriebsberufsschule Außenstelle des Malchiner Fachgymnasiums. Trotz vieler Proteste konnten Lehrer und Schüler die Schließung und Verlagerung ans Fachgymnasium nach Malchin nicht verhindern.

Gemeindevertreter und Anwohner hatten im vergangenen Jahr noch versucht, den Abriss nach 15 Jahren Leerstand durch den Landkreis Seenplatte zu verhindern. Denn der Zustand des Gebäudes ist noch recht gut. Doch die Idee scheiterte, weil zu wenige Interessenten und Geldgeber zusammenkamen, um das Haus möglicherweise in eine Einrichtung für betreutes Senioren-Wohnen umzubauen.