UNANGEKÜNDIGTE SPÜLUNG

Abwasser spritzt in Teterow aus Toilette und Badewanne

Eine Kanalspülung in Teterow hatte üble Folgen für Anwohner. Warum wurden sie nicht vorgewarnt, wie die Malchiner, denen ab Mittwoch eine ähnliche Schweinerei droht?
Kanalspülung in Teterow. Die Stadtwerke bedienen sich dafür einer Fremdfirma. Zu Wochenbeginn war sie im Bereich Alt
Kanalspülung in Teterow. Die Stadtwerke bedienen sich dafür einer Fremdfirma. Zu Wochenbeginn war sie im Bereich Alte Poststraße und Pferdemarktstraße im Einsatz. privat
Teterow.

Das Geräusch konnte Jochen Burmeister erst gar nicht zuordnen. Es war Mittagszeit und er war gerade in der Küche, als er aufhorchte. Und sich dann sicherheitshalber in seinem Haus in Teterow erst einmal umschaute. Der Schreck fuhr dem Teterower in die Glieder. Aus Toilette, Waschbecken und Badewanne spritzte verschmutztes Wasser. Jochen Burmeister lief nach draußen. Mitarbeiter der Firma „Uni Roka“ waren im Bereich Alte Poststraße und Pferdemarktstraße bei der Rohrspülung.

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Angekündigt war das Ganze nicht, sagt Jochen Burmeister. „Sonst hätten wir geeignete Vorbereitungen treffen können.“ So blieb ihm nur übrig, den Kanalreiniger darauf aufmerksam zu machen, was gerade in seinem Bad passierte. „Er sagte mir, dass er schon mit niedrigem Druck arbeiten würde und bei älteren Leitungen ohne Rückschlagsicherung könnte das Wasser schon mal durchdrücken“, gibt der Teterower wider. Mit seinem Problem blieb er allein. „Zum Glück hat niemand zu dem Zeitpunkt die Toilette genutzt“, merkt Jochen Burmeister an, dass noch ganz anderes hätte passieren können. Anderthalb Stunden habe er zu tun gehabt, um alles wieder sauber zu machen. „Wäre ich nicht zufällig zu Hause gewesen, hätten wir uns nicht erklären können, wie es zu den Verschmutzungen und der Geruchsbelästigung kommen konnte.“

Stadtwerke hielten Vorwarnung nicht für nötig

Burmeisters waren im Übrigen nicht allein betroffen. Auch ein Nachbar musste später feststellen, dass in seinem Bad alles nass war und dass es unangenehm riecht. „Es ist nicht in Ordnung, dass solche Arbeiten ohne Ankündigung gemacht werden“, sagt der Teterower. Und sie sollten doch auch so gemacht werden, dass Bürgern nicht noch Schäden entstehen.

Hagen Frank Böhme, Geschäftsführer der Stadtwerke Teterow, weist als Betriebsführer des Zweckverbandes Wasser/Abwasser Mecklenburgische Schweiz indes auf die Abwasserentsorgungssatzung des Verbandes. Darin sei festgeschrieben, dass private Anschlüsse gegen Rückstau zu sichern sind. Deshalb habe er keinen Grund gesehen, die Arbeiten extra anzukündigen. Es müssten Rückstauklappen eingebaut sein und die sollten regelmäßig gewartet werden. „Die meisten seien sich gar nicht bewusst, was für ein Schaden entstehen kann“, meint der Stadtwerkechef. Der Verband lasse seine Leitungen regelmäßig kontrollieren. Sie werden gespült, um dann mit einer Kamera zu gucken, ob alles in Ordnung ist. Das passiere alle zehn Jahre.

Malchiner sollen Klodeckel schließen

Anders als in Teterow wird in Malchin die Reinigung der Abwasserkanäle allerdings angekündigt. Ab dem heutigen Mittwoch und bis Freitag müssen sich die Anwohner und Vermieter der Mühlenstraße und Teichstraße darauf einstellen, informiert der Wasserzweckverband Malchin-Stavenhagen. Der auch Hinweise gibt, was zu beachten ist. Während der Arbeitszeit von 7 bis 16.30  Uhr sollten die Schächte und Entlüftungen auf den Grundstücken so geöffnet werden, dass Luft entweichen kann. Toilettendeckel sollten jedoch geschlossen bleiben, heißt es. Wer die Hinweise nicht befolge, riskiere, dass Abwasser auf seinem Grundstück oder in seinem Gebäude austreten kann. Was allerdings die Toilettendeckel betrifft? Die waren in Teterow auch zu ...

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