MONDFINSTERNIS IN REMPLIN

Älteste Sternwarte in MV öffnet ihre Tore

Seit 38 Jahren werkelt eine Gruppe Freiwilliger, um die alte Rempliner Sternwarte zu restaurieren. Jetzt ist es soweit:
dpa
Joachim Duder (links) und Michael Dohrmann vom Förderverein der Sternwarte Remplin stehen in der Kuppel der ältesten Sternwarte in Mecklenburg-Vorpommern neben dem Teleskop. Seit 38 Jahren wird der Turm von einer Gruppe Freiwilliger restauriert, am 28. Juli wird sie offiziell wiedereröffnet.
Joachim Duder (links) und Michael Dohrmann vom Förderverein der Sternwarte Remplin stehen in der Kuppel der ältesten Sternwarte in Mecklenburg-Vorpommern neben dem Teleskop. Seit 38 Jahren wird der Turm von einer Gruppe Freiwilliger restauriert, am 28. Juli wird sie offiziell wiedereröffnet. Bernd Wüstneck
Remplin.

Am Wochenende öffnet die wohl älteste erhaltene Sternwarte Mecklenburg-Vorpommerns in Remplin (Landkreis Mecklenburgsiche Seenplatte) nach Jahrzehnten der Restaurierung ihre Tore für Besucher. Die offizielle Eröffnung finde zwar am Samstag statt, doch schon am Freitag können Interessierte zur Beobachtung der totalen Mondfinsternis in die Sternwarte kommen, wie Dietmar Fürst vom Förderverein der Rempliner Sternwarte sagt.

Denn am Abend kann ein extrem seltenes astronomisches Ereignis beobachtet werden: Zu der mit etwa 103 Minuten längsten totalen Mondfinsternis des Jahrhunderts gesellt sich ein besonders heller und großer Mars, der während der Mondfinsternis in unmittelbarer Nachbarschaft zum Vollmond erscheint. Der Mond tritt um 19.13 Uhr in den Erdschatten ein, die eigentliche Finsternis beginnt um 21.30 Uhr und erreicht ihren Maximalpunkt um 22.22 Uhr.

Verfallenes Gemäuer 1979 entdeckt

In Remplin bildet die Sternwarte eine interessante Kulisse für dieses Schauspiel, denn die jüngere Geschichte des über 200 Jahre alten Gebäudes ist durchaus besonders: 1793 ließ Graf Friedrich von Hahn, der sich auf Schloss Remplin ein Chemielabor und physikalische Instrumentensammlung anlegte, sein Gartenhaus zum Observatorium umbauen. Der heute restaurierte Turm entstand um 1800, doch nur fünf Jahre später starb der Graf und seine Sternwarte wurde immer weniger als solche genutzt, bis sie schließlich verfiel.

Im Sommer 1979 entdeckte Fürst, der damals Lehrer in Berlin war, mit einer Jugendgruppe das verfallene Gemäuer, erzählt er. Er fotografierte es und versuchte mehr herauszufinden: „Ich war voll interessiert und habe herausgefunden, dass das eine Sternwarte war.“

Agrarminister Backhaus kommt zur Eröffnung

Im Jahr darauf beschloss er mit einigen Gleichgesinnten ein „bisschen aufzuräumen.“ Seit nunmehr 38 Jahren kommt die Gruppe für zwei Wochen im Sommer zum Arbeitseinsatz. Zu DDR-Zeiten war das gar nicht so leicht, sagt Fürst: „Geld war knapp, Material war knapp.“ Angefangen hätten sie 1980 mit nur sechs Leuten, heute seien es 30 bis 35. Von der Ursprungsbesatzung seien immer noch vier dabei.

Insgesamt etwa zehntausend Arbeitsstunden haben sie in die Restaurierung investiert, sagt Fürst. „Und wie viel Geld kann man gar nicht sagen. Wir hatten drei Währungen in der Zeit.“ Seit der Wende gaben etwa das Landwirtschaftsministerium, die Gemeinde Malchin, Stiftungen oder Sponsoren etwas dazu. Zur Eröffnung am Samstag will deshalb auch Agrarminister Till Backhaus (SPD) kommen.

Mittlerweile hat die Sternwarte auch wieder ein Teleskop. Ein Teleskophersteller habe das gebrauchte Gerät gesponsort, das vorher in der Sternwarte Köln im Einsatz gewesen sei.

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