STRAFZETTEL-STRESS

Ärger mit privatem Parkplatz-Service PRS in Teterow

Schon wieder beschwerte sich ein Autofahrer über ein Knöllchen auf dem Parkplatz an der B104. Doch nun könnte die penible Kontrollpraxis ein Ende finden.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Reifen auf der Markierung? 30 Euro bitte! Immer mehr Autofahrer beschweren sich wegen der überzogen rigorosen Überwachung des Parkplatzes am Dienstleistungszentrum in Teterow.
Reifen auf der Markierung? 30 Euro bitte! Immer mehr Autofahrer beschweren sich wegen der überzogen rigorosen Überwachung des Parkplatzes am Dienstleistungszentrum in Teterow.
Der Verwalter des Fachmarktzentrums und Ärztehauses ist nicht einverstanden mit der übertriebenen Verteilung von Knöllchen.
Der Verwalter des Fachmarktzentrums und Ärztehauses ist nicht einverstanden mit der übertriebenen Verteilung von Knöllchen. Silke Voß und privat
Teterow.

Dieses Knöllchen war offenbar kein Einzelfall. Denn schon wieder hat jemand auf dem Parkplatz an der Teterower Poggestraße einen Strafzettel bekommen, weil sein Auto etwas über die Markierung hinausstand. Dieses Mal traf es Manfred Pinkus aus Grambzow. „Ich war in Teterow zum Arzt“, erzählte er. Als er wieder hinauskam, hatte er einen Strafzettel der PRS Parkplatzüberwachung am Auto – weil die Reifen seines Pkw ein paar Zentimeter über die weiße Linie hinausragten.

„Ich habe aber Widerspruch eingelegt“, berichtete der 78-Jährige. Denn er wollte eigentlich auf einem Behindertenparkplatz halten. Weil aber keiner frei war, habe er eine normale Lücke gewählt. „Ich musste etwas schief stehen, damit meine Frau richtig aussteigen kann“, schilderte er. Der Behindertenausweis habe hinter der Frontscheibe gelegen.

Und trotzdem habe der Parkplatzwart ihnen ein Knöllchen über 30  Euro hinter den Scheibenwischer geklemmt. Nach gut zwei Wochen bekam Manfred Pinkus Post, dass ihm die Strafe erlassen wird. „Aus Kulanz.“ Ansonsten wäre es für ihn das erste Mal in 55 Jahren gewesen, dass er für falsches Parken bezahlen muss.

Dauerparken ist hier verboten

Pinkus ist zwar froh, dass er nicht zahlen muss. Eine solche Parkplatzüberwachung geht ihm aber zu weit. „Da gibt es zu wenig Fingerspitzengefühl“, meinte er. Genauso denkt Elke Krüger, Betreiberin des Edeka-Marktes: „Das halte ich für übertrieben“, sagte sie. Da schieße der Mann von der Parkplatzüberwachung über das Ziel hinaus.

Grundsätzlich begrüßt die Geschäftsfrau aber, dass auf dem Parkplatz kontrolliert wird. Denn in der Vergangenheit hätten hier morgens um 6 Uhr schon bis zu 60 Autos gestanden, obwohl noch gar kein Geschäft und keine Praxis geöffnet hatte. Die Beschilderung sei 14-fach aufgestellt worden, sodass alle Autofahrer wissen müssten, dass sie ihre Parkscheibe einlegen müssen und Dauerparken hier verboten ist. Elke Krüger betonte in diesem Zusammenhang auch, dass der Parkplatz nicht ihr gehöre. Gerade das würden viele Kunden und Autofahrer aber denken und kämen mit den Knöllchen zu ihr.

Verwalter hält Methoden für übertrieben

Sebastian Musiol, Objektverwalter der Firma Arcos aus Weimar, ist sehr verwundert über die Berichte von Kunden, deren Autos auf der Markierung standen. Knöllchen hält er in solchen Fällen für übertrieben. „Derartige Methoden sind nicht in unserem Interesse“, sagte er. Das wolle er an die Parkplatzüberwachung durchstellen.

Kontrollen in der Poggestraße seien aber zwingend erforderlich. Wenn der Parkplatz dauerhaft fremdbelegt sei, dann wäre das das Todesurteil für die Einzelhändler. Wenn Kunden vergessen haben, ihre Parkscheibe einzustellen, dann werde ihnen aber die Strafzahlung erlassen, wenn sie nachweisen können, dass sie einkaufen oder beim Arztbesuch waren.

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