Es sind solche Bilder, die bei einigen Gnoienern gar nicht gut ankommen. Während zur jüngsten Stadtvertretersitzung jeder sein Auto auf dem Parkplatz gleich neben der Warbelsporthalle abstellte, parkten Bürgermeister Lars Schwarz und sein Stellvertreter ihre Gefährte direkt vorm Eingang. Allerdings: Sachbeschädigungen rechtfertigt ein solches Verhalten nicht. Torsten Bengelsdorf
Eierwürfe

Angriffe auf Gnoiens Bürgermeister Lars Schwarz

Viel Empörung hatten am 1. Mai Verwüstungen am Hotel von Lars Schwarz ausgelöst. Dies war aber nicht der einzige Angriff, dem sich Gnoiens Bürgermeister derzeit ausgesetzt sieht.
Gnoien

„Absolut inakzeptabel, zu verachten, zu verfolgen.“ Marco Krüger fand am Montagabend deutliche Worte zu all dem, was man sich als Kommunalpolitiker mittlerweile gefallen lassen müsse. Gnoiens stellvertretender Bürgermeister ging damit während der Stadtvertretersitzung in der Warbelsporthalle unter anderem auf die Verwüstungen ein, die Unbekannte in der Nacht zum 1.  Mai auf der Terrasse der „Nudeloper“ von Inhaber und Bürgermeister Lars Schwarz (CDU) angerichtet hatten.

Eierwürfe auf Privathaus und ein anonymes Schreiben

Und Krüger erwähnte weitere Angriffe auf Gnoiens Bürgermeister, die bisher kaum bekannt waren. Er sprach von Eierwürfen auf das Privathaus und Beschädigungen am Auto des Bürgermeisters. Angriffe, die nicht nur scharf zu verurteilen seien, sondern nach denen dem Bürgermeister auch demonstrativ der Rücken gestärkt werden müsse. „Lass Dich bitte nicht einschüchtern und nicht unterkriegen“, wandte sich der Vize an den Rathaus-Chef.

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Zumindest bei der Attacke auf die „Nudeloper“-Terrasse ist aber gar nicht klar, ob sie denn wirklich in Verbindung mit dem Amt des Bürgermeisters steht oder einfach „nur“ Vandalismus war. Auch aus dem Umfeld des Restaurants waren nämlich in jener Nacht Beschädigungen gemeldet worden, die mit dem Anwesen von Lars Schwarz eher nichts zu tun haben.

Eindeutig ist dagegen die Zielrichtung eines anonymen Schreibens, das vor einigen Tagen an mehreren Stellen in der Stadt und zeitweise auch im Netz aufgetaucht ist und nun in Gnoien diskutiert wird. Der Bürgermeister würde sich hauptsächlich mit seinen Aufgaben beim Hotel- und Gaststättenverband Dehoga beschäftigen, dabei gebe es doch so viele Probleme in der Stadt.

Bürgermeister widerspricht den erhobenen Vorwürfen

Gleich zehn Beispiele führt der unbekannte Verfasser auf. Los geht es mit einem angeblich hohen Krankenstand im Amt Gnoien und damit, dass langjährige Kollegen die Stadt verlassen würden. Gewerbetreibende erhielten mangelnde Unterstützung, zählen würden nur die eigenen Geschäfte des Bürgermeisters. Beklagt werden zudem die Einkaufsmöglichkeiten, die Bedingungen in den Schulen, auf den Spielplätzen und in der Sporthalle, die Ordnung und Sauberkeit im Stadtgebiet und der „katastrophale Zustand“ der Straßen in den Ortsteilen Dölitz und Kranichshof.

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Und was sagt der Bürgermeister selbst zu all dem? Lars Schwarz stößt sich zunächst einmal daran, dass das Schreiben anonym ist. Hätte der Verfasser seinen Namen angegeben, so hätte man ihm auch antworten können, sagt Schwarz. Bei den Spielplätzen zum Beispiel bemühe sich die Stadt seit Jahren um Verbesserungen. Die Sporthalle könne jeder mieten, der das wünsche. Dass sie zu Pandemiezeiten gesperrt war, gehe auf Landesregelungen zurück. Und für die Ansiedlung eines neuen Einkaufsmarktes habe die Stadt nun alles vorbereitet, sodass jetzt die Investoren am Zuge seien.

Um das Stadtbild zu verschönern, aber auch um die Dorfstraßen in den erwähnten Ortsteilen in Ordnung zu bringen, dafür hat die Stadt mittlerweile in ihrem Haushaltsplan eine Menge Geld eingestellt. Der Etat wurde am Montag auf der Stadtvertretersitzung verabschiedet.

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