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Arbeitsagentur wehrt sich gegen Kritik

Warum die Agentur im Falle Teterow die Polizei einschaltete, dazu will sich Pressesprecher Thomas Drenckow mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.
Warum die Agentur im Falle Teterow die Polizei einschaltete, dazu will sich Pressesprecher Thomas Drenckow mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.
© ChaotiC_PhotographY - Fotolia.com

Ernst gemeint war die Kritik eines Unbekannten an die Adresse der Arbeitsagentur gewiss. Er hatte die Mitarbeiter der Unfähigkeit bezichtigt. Die Reaktion fiel noch ernster aus. Die Behörde schaltete die Polizei ein.

Mensch und Arbeit zusammenzubringen – das ist das erklärte Ziel der Agentur für Arbeit. Das klappt offenbar nicht immer. Den Beschäftigten der Dienststelle in Teterow wurde das am Dienstagmorgen unmissverständlich bekundet. Die Eingangstür ihrer Behörde war mit einer Kette umwickelt. An die Tür hatte jemand zwei Papierblätter geheftet. Darauf hieß es „Aufgrund von Unfähigkeit unserer Mitarbeiter ist das Amt vorübergehend geschlossen“.

Das ging der Behördenleitung dann doch zu weit. Sie erstattete Anzeige wegen übler Nachrede. Eine Reaktion, die Nordkurier-Leser Ernst-Wilhelm Schmidt nicht nachvollziehen kann. „Zettel und Kette abmachen und weiterarbeiten. Die Polizei hat wahrlich wichtigere Sachen – Raub, Diebstahl, Raserei – zu erledigen", findet er.

Ganz anders bewertet Internetnutzer Leon auf nordkurier.de den Vorfall. Üble Nachrede bestehe dann, wenn jemand über einen anderen Menschen nachweislich unwahre Tatsachen behauptet, die diesen verächtlich machen und in der öffentlichen Meinung herabwürdigen. „Nun möge nicht pauschal die ,Unfähigkeit unserer Mitarbeiter' vom Teterower Beschwerdeführer im Ganzen angegriffen worden sein, insoweit sind sicher auch nicht alle Mitarbeiter gemeint gewesen. Aber Beispiele für Unfähigkeit können reichhaltig erbracht werden“, schreibt er. Und hat eine Kostprobe zur Hand: Seit mehr als sechs Monaten warte eine Leistungsempfängerin auf den Gutschein des Job-Centers für einen Kleiderschrank. Immer wieder werde sie vertröstet.

Warum die Agentur im Falle Teterow die Polizei einschaltete, dazu will sich Pressesprecher Thomas Drenckow mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern. Er argumentiert, dass die Behörde bei anonymen Befragungen durch unabhängige Institute sehr gute Bewertungen bei der Kundenzufriedenheit erziele. Sollte jemand dennoch Anstoß an einer Entscheidung oder dem Verlauf eines Verfahrens nehmen, stünden ihm mehrere Wege einer offiziellen Beschwerde auch außerhalb der Dienstzeiten offen. Botschaften auf Zetteln zählen offensichtlich nicht dazu. Indes bleibt abzuwarten, was die polizeilichen Ermittlungen ergeben. Eine heiße Spur verfolgen die Beamten derzeit nicht.

Kommentare (2)

Ich war vor längerer Zeit einmal Schöffe bei einem Landgericht. Da haben in einem Prozess wir uns auch über die Unfähigkeit eine Agentur gewundert. In diesem Prozess war eine Person angeklagt, angeblich zu viel Leitungen bezogen zu haben. Im Prozess wurde dann festgestellt,dass die Sachbearbeiterin unfähig war,die Akte richtig zu führen. Ein Satz noch zur Bewilligung eines Gutschein. Wäre diese Person ein Asylant gewesen,hätte sich die Behörde zerrissen und es hätte nur Tage gedauert. Hier war es ja nur eine deutsche Leistungsempfängerin !

Können Sie Ihre Behauptung zur Gutscheinbewilligung für Asylbewerber irgendwie belegen oder ist das mal wieder nur einer Ihrer Hetzkommentare?