Im Kreis Rostock liegt die Zahl der Arbeitslosen nur noch leicht über der vor Beginn der Corona-Pandemie.
Im Kreis Rostock liegt die Zahl der Arbeitslosen nur noch leicht über der vor Beginn der Corona-Pandemie. Sonja Wurtscheid
Frühjahrsbelebung

Arbeitsmarkt im Kreis Rostock kommt in Schwung

Das Frühjahr treibt auch im Landkreis Rostock die Konjunktur an: Derzeit sind so viele Stellen frei wie lange nicht mehr. Gesucht wird vor allem in Handel und Gastgewerbe.
Teterow

Der Arbeitsmarkt im März hat sich gut entwickelt, konstatiert Anke Diettrich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rostock bei der Analyse der neuesten Daten. Dank dem üblichen Frühjahrsaufschwung konnte ein leichter Rückgang bei der Zahl der Arbeitslosen verzeichnet werden. Demnach sind mit insgesamt 13.624 weniger Menschen als noch im Februar arbeitslos und sogar 2230 weniger als im März 2021. Allerdings sind es 800 mehr als im März 2020 vor Corona. Anke Diettrich räumt jedoch ein, dass dies damals ein außergewöhnlich guter Monat war.

Zwei Jahre nach Beginn der Pandemie liegt die Arbeitslosigkeit aktuell nur noch etwa sechs Prozent über dem Vorkrisenniveau. Sorgen bereitet der Agenturchefin allerdings der mit 5282 Personen relativ hohe Anteil an schwerer vermittelbaren Langzeitarbeitslosen.

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Gute Chancen für Arbeitsuchende

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Rostock liegt mit 5,4 Prozent zwar leicht über dem Bundesdurchschnitt (5,1 Prozent), aber wiederum am niedrigsten in ganz MV und ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Im Geschäftsstellenbereich Güstrow liegt die Quote bei 7,3 Prozent, in Bad Doberan bei nur 5,0 Prozent. „Mit derzeit fast 5000 offenen Stellen in der Stadt und im Landkreis Rostock ist der Bedarf so hoch wie nie zuvor“, so die Agenturchefin. „Beschäftigungsmöglichkeiten und gute Chancen für Arbeitsuchende gibt es in nahezu allen Wirtschaftsbereichen.“ Im März haben Arbeitgeber 1124 neue offene Stellen gemeldet, davon sind 490 sofort zu besetzen.

Dabei ist die Nachfrage nach Arbeitskräften besonders im Gastgewerbe mit 561 offenen Stellen, im Gesundheits- und Sozialwesen (543 offene Stellen) sowie im Handel (519 offene Stellen) groß. Auch in den Bereichen Dienstleistungen wie Wachschutz, Gebäudeaufsicht, Callcenter und verarbeitendes Gewerbe ist die Nachfrage hoch. Der Bedarf ist querbeet im Vergleich zum März 2021 gestiegen – nur in den Bereichen öffentliche Verwaltung und Zeitarbeit ist sie rückläufig. Gesucht werden vor allem wieder Fachkräfte – 80 Prozent. 694 Fachkräfte, 206 Experten und 224 Helfer sind konkret gefragt. „Erfreulich ist auch, dass im März 1055 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit mit der Unterzeichnung eines neuen Arbeitsvertrages beenden konnten. Viele von ihnen haben eine Arbeit im Gastgewerbe, im Verkauf oder in der Logistik aufgenommen,“ berichtet Anke Diettrich.

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Betriebe bei Ausbildung wieder offensiver

Mit Blick auf die März-Daten zum Ausbildungsmarkt sagt die Geschäftsführerin: „Gemeinsam mit unseren Partnern möchten wir jedem jungen Menschen in unserer Region eine berufliche Perspektive eröffnen. Dazu wurden uns bereits 2334 Ausbildungsstellen von den Unternehmen gemeldet. Das betrifft alle Wirtschaftsbereiche, vor allem aber den Handel, das Gastgewerbe und Dienstleistungen. 1582 Ausbildungsstellen sind noch unbesetzt. In der Voll-Coronazeit vor einem Jahr waren die Betriebe deutlich zurückhaltender: Damals wurden nur 2151 Azubi-Stellen angezeigt. „Die Firmen haben gemerkt, dass es sich lohnt, junge Leute auszubilden und an ihr Unternehmen zu binden“, meint Anke Diettrich.

Alle Angebote um die Berufs-und Studienwahl sind online unter arbeitsagentur.de veröffentlicht und in der App AzubiWelt zu finden. Die Berufsberatung steht allen Interessierten unter [email protected] oder 0800 4 555500 zur Verfügung, heißt es.

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