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Auf eingelaufenen Pfaden ist jetzt Schluss

VonEberhard RogmannGnoien sucht die Kooperation mit Nachbarn in der Mecklenburgischen Schweiz. Doch Brüssel diktiert die Konditionen.Gnoien.Größere ...

VonEberhard Rogmann

Gnoien sucht die Kooperation mit Nachbarn in der Mecklenburgischen Schweiz. Doch Brüssel diktiert die Konditionen.

Gnoien.Größere Bauvorhaben der Stadt stehen in Gnoien seit Jahren unter einem Vorbehalt. „Gebaut wird nur, wenn Fördermittel zur Verfügung stehen“, ist regelmäßig von Bürgermeister Hans Georg Schörner (SPD) zu hören. In den letzten Jahren kam Gnoien allerdings wiederholt in den Genuss sechsstelliger Summen für seine Investitionen. So flossen Gelder aus dem Leader-Programm der EU zur Entwicklung des ländlichen Raumes für die Sanierung und den Ausbau der Kita „Märchenland“ sowie für das Stadion. Künftig allerdings geht es auf den eingefahrenen Wegen nicht weiter. Die laufende Förderperiode der EU endet am 31. Dezember.
In den kommenden sieben Jahren stehen zwar wieder Millionen an Fördergeldern bereit, allerdings ändern sich die Konditionen für deren Vergabe. So müssen in der Förderregion mindestens 50000 Menschen leben, fordert Brüssel. Das hat zur Folge, dass mehrere Ämter sich zu einer Förderregion zusammenschließen müssen. In Gnoien hat man diesbezüglich gute Erfahrungen, da Bürgermeister Hans Georg Schörner seinerzeit zu den
Initiatoren des Regionalsverbunds Warbel/Recknitz gehörte. „Beutegemeinschaft für Fördergelder“ hatte er das Konstrukt halb im Scherz genannt. Jetzt aber orientiert sich Gnoien offenbar stärker gen Westen.
Eine erste Offerte unterbreitete Johanna Schentscheschin vom Institut Biota aus Bützow. Die Firma koordiniert das sogenannte Regionalmanagement im Ämterverbund Mecklenburgische Schweiz, Krakow am See und Mildenitz. Für die Gnoiener überraschend: Dort übernimmt eine Privatfirma, was hier bislang fest in der Hand des Landkreises war. „Ich finde das besser, denn die müssen sich ihr Geld verdienen mit den Projekten, die sie auf den Weg bringen und begleiten“, hält Bürgermeister Schörner mit seiner Sympathie nicht hinterm Berg. Wer denn eigentlich über die Vergabe der Mittel konkret entscheide, will dagegen der Stadtvertreter Arne Schmiedeberg (SPD) wissen. Das liege in der Hand einer Lokalen Aktionsgruppe, in welcher Vertreter aus der gesamten Region versammelt sind, gibt Johanna Schentscheschin Antwort. Wie viel Geld jedoch insgesamt zur Verfügung stehen wird, kann sie gegenwärtig nicht sagen. Dennoch entschied die Stadtvertretung, der künftigen Leader-Region beizutreten.

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e.rogmann@nordkurier.de