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In den nächsten Jahren geht in Malchin fast die Hälfte der niedergelassenen Ärzte in den Ruhestand. Zusammen mit Medizinern und anderen Partnern sucht die Stadt jetzt nach Lösungen, um junge Ärzte nach Malchin zu locken. Maurizio Gambarini
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In den nächsten Jahren gehen in Malchin fast die Hälfte der niedergelassenen Ärzte in den Ruhestand. Zusammen mit Medizinern und anderen Partnern sucht die Stadt jetzt nach Lösungen, um junge Ärzte nach Malchin zu locken. Foto: Bernd Weissbrod Bernd Weissbrod
Nachwuchs fehlt

Ausweg aus drohendem Ärztemangel gesucht

Auf Malchin wird in den nächsten Jahren eine Ruhestandswelle von Medizinern zurollen. In der Stadt macht man sich Gedanken, wie man einen akuten Ärztemangel verhindern kann.
Malchin

Eigentlich ist Malchin mit 19 niedergelassenen Ärzten plus Zahnärztehaus und Klinik für die medizinische Versorgung gut ausgestattet. Doch wie lange noch? Denn in den nächsten Jahren geht knapp die Hälfte der Mediziner in Rente. Begonnen hat die Ruhestandswelle bereits im vergangenen Jahr mit der Praxis-Schließung eines Gynäkologen, der keinen Nachfolger fand. Dieses Schicksal könnte auch andere Fachbereiche treffen, wenn jetzt nichts dagegen getan werde.

Große Runde sucht nach Lösungen

Aber wie junge Ärzte nach Malchin holen? Bürgermeister Axel Müller (CDU) saß Anfang Januar mit acht Ärzten (Jahrgang 1964 und älter), zwei Apothekern, Vertretern der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Kassenärztlichen Vereinigung, des Regionalen Unternehmensnetzwerkes (RUN), der Wohnungsgesellschaft und der Landespolitik zusammen, um nach Lösungen zu suchen. Es sei eine erste große Runde gewesen, in der das Problem zunächst angesprochen und überlegt wurde, welche Lösungsmöglichkeiten es geben könnte, so Müller.

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Als Optionen seien unter anderem diskutiert worden, dass sich die Ärzte selbst um einen Nachfolger kümmern oder man verstärkt auf Medizinische Versorgungszentren setze. Denkbar sei vielleicht auch ein Kommunales Ärztehaus. Doch für all das braucht es attraktive Rahmenbedingungen.

„Für die Region werben”

Die Frage ist für Müller deshalb, was die Stadt dabei tun könne. „Wir müssen die Infrastruktur verbessern und stärker für die Region werben“, sagte er. Eine stabile ärztliche Versorgung habe direkten Einfluss auf die Einwohnerentwicklung, auf die Wirtschaft und damit auch auf die Zukunftsfähigkeit der Stadt.

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In welche Richtung es insgesamt gehen soll, dazu werde es in den nächsten Wochen weitere Runden geben. Alle Ärzte sollen in der Diskussion mit einbezogen werden. Reden wolle er auch mit Vertretern des Krankenhauses, Kontakt mit dem Malchiner Ärztestammtisch aufnehmen, beim Unternehmensnetzwerkes RUN gebe es die Arbeitsgruppe „Gesundheit“.

Mangel droht nicht nur bei Ärzten

Ergebnis des ersten Treffens sei, dass alle Beteiligten an dem Thema dranbleiben und zusammen eine Lösung finden wollen, wie junge Ärzte nach Malchin gelockt werden können. Die Kassenärztliche Vereinigung habe sich sehr kooperativ gezeigt und zugesichert, die Stadt weiter zu begleiten und zu beraten. Ziel sei es, die Vielfalt an Fachärzten zu erhalten. „Welches der beste Weg ist, da müssen wir gucken“, soMüller. Das Ärzteproblem sei das erste, dann gehe es mit Lehrern weiter und dann mit Fachkräften in den Betrieben.

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Eigentlich biete Malchin attraktive Bedingungen, es gebe alle Schulformen sowie Kindereinrichtungen, die Stadt sei gut erreichbar und neue Wohngebiete würden erschlossen. Davon sollten auch die Studenten an den Universitäten erfahren, deutschlandweit und nicht nur die in Greifswald oder Rostock.

Stadt will sich besser vermarkten

„Die Stadt muss sich besser vermarkten“, sagte der Rathauschef. Man müsse seine Standortvorteile herausstellen, damit es lohnenswert ist für junge Ärzte, nach Malchin zu kommen. „Wir müssen einfach die besten Bedingungen bieten, das muss das Ziel sein“, so Müller. Nächste Überlegung sei, Werbestrategien gemeinsam mit RUN zu entwickeln, über digitale Medien professionell für Malchin zu werben. Ideen gebe es da schon.

 

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