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„Ausweichmanöver“ retten den Start in die Urlaubssaison

Für etliche Kunden müssen Reisebüros wie das von Michael Ortmann in Teterow derzeit kurzfristig Alternativen suchen. [KT_CREDIT] FOTO: Greisert

VonMathias GreisertHochwasser, Massen- proteste, Fluglinienpleite: die Ferienzeit beginnt für die Teterower mit schlechten Nachrichten von ihren lieb- sten ...

VonMathias Greisert

Hochwasser, Massen- proteste, Fluglinienpleite: die Ferienzeit beginnt für die Teterower mit schlechten Nachrichten von ihren lieb- sten Reisezielen. Ausfallen muss der Urlaub aber nicht.

Teterow.Wir sind dann mal weg - oder lieber doch nicht? Wie Michael Ortmann vom Reisebüro am Markt bestätigt, machte der deutschlandweite Trend zum Urlaub im Heimatland während der letzten Jahre auch um Teterow keinen Bogen. Zu den mit Abstand beliebtesten südlichen Reisezielen zählten dabei bisher der Spreewald, das Elbsandsteingebirge und die Stadt Dresden, so der Reisevermittler.
Doch gerade dort kämpfen die Menschen vielerorts seit Tagen verzweifelt gegen das Hochwasser. Mehrere Hotels haben sich in dieser Woche schon bei Michael Ortmann gemeldet, um bereits gebuchte Übernachtungen zu stornieren. Dann doch wieder lieber ins Ausland? Nach den politischen Umstürzen in den Staaten Nordafrikas hatte zuletzt die Türkei rasante Zuwächse an deutschen Touristen erfahren. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis dort ist unschlagbar im Vergleich mit anderen Urlaubszielen wie Mallorca oder den Kanaren, erklärt Fred Grandke vom Reisebüro Brandt.
Dass es mit Reisen dorthin seit Wochenbeginn einige Probleme gibt, liege aber nicht an den massiven Protesten gegen die türkische Regierung. „Die Demonstrationen sind ja nicht in den Tourismusgebieten“, beruhigt Fred Grandke. Was die Teterower Reisevermittler ins Schwitzen bringt, ist die plötzliche Pleite des Düsseldorfer Türkeireise-Spezialisten GTI Travel und der dazugehörigen Fluglinie Sky Airlines. Nach Schätzungen des Reiseanbieters Alltours fehlen dem deutschen Markt dadurch in diesem Sommer 400 000 Plätze auf Flügen in die Türkei. Vielen seiner Kunden sei es dort im Sommer aber ohnehin zu heiß, sodass sie an den Atlantik auswichen, bleibt Grandke gelassen.
„Wenn man von Laage in die Türkei fliegen wollte, und nach Hamburg oder Hannover umgebucht wird, ist das natürlich mehr als ärgerlich“, sagt derweil Michael Ortmann als er den Telefonhörer auflegt. Bisher habe er aber noch für alle Erhohlungsuchenden eine Alternative gefunden, selbst in den momentanen Hochwassergebieten. Gerade jungen Familien empfehle er aber sowieso lieber ein Ferienhaus in Dänemark oder an Nord- und Ostseeküste. „Wir haben so viele schöne Urlaubsziele ganz in der Nähe“, wirbt er für den Urlaub in der Nachbarschaft. Da könne man sich und vor allem den Kindern lange Autofahrten und Flüge in der Hitze des Sommers ersparen.

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m.greisert@nordkurier.de