LANDKREIS ROSTOCK IN DER KRITIK

Autofahrer sauer über kaputte Straßen

Am Nordkurier-Lesertelefon machen immer wieder Bürger ihrem Ärger über die Straße Luft. Der Landkreis Rostock verweist indes auf seine Prioritätenliste.
Simone Pagenkopf Simone Pagenkopf
Die Schäden dieser Straße dürften so schnell nicht behoben werden.
Die Schäden dieser Straße dürften so schnell nicht behoben werden. Eberhard Rogmann
Wenn er nicht müsste, würde manch einer auf solch ausgefahrenen Straßen wie hier zwischen Walkendorf und Dalwitz am liebsten gar nicht mehr fahren.
Wenn er nicht müsste, würde manch einer auf solch ausgefahrenen Straßen wie hier zwischen Walkendorf und Dalwitz am liebsten gar nicht mehr fahren.
Teterow.

Die Kreisstraße GÜ  50 zwischen Teterow und Lelkendorf ist Fahrzeugführern seit Jahren ein Dorn im Auge. Dort hopst man mehr, als dass man fährt und läuft Gefahr, sich auf der Buckelpiste die Stoßdämpfer kaputt zu machen.

Aber außer, dass Warnschilder aufgestellt und Tempobegrenzungen – inzwischen an einigen Stellen bis auf 30 km/h – ausgewiesen wurden, tut sich nichts. Vor der Kreisgebietsreform im Jahr 2011 stand die Sanierung der Straße ganz oben auf der Prioritätenliste. Davon ist allerdings schon lange nicht mehr die Rede.

Ernüchternde Antwort vom Landkreis Rostock

Und die GÜ  50 sei längst nicht die einzige Kreisstraße in der Teterower Region, die dringend gemacht werden müsste. Am Nordkurier-Lesertelefon wies Michael Porth aus Küsserow auch auf den desolaten Zustand zwischen Walkendorf und Dalwitz, Alt Vorwerk und Dalwitz, auf alle Straßen nach Klenz und den ganzen Ring um Gnoien hin, bei Bobbin oder Wasdow zum Beispiel. Da gehen die Fahrzeuge durch die Straßen kaputt, meint er.

Dass kein Geld da sei, ist in seinen Augen die einfachste Ausrede. „Woanders wird ja auch investiert. Und mal andersherum gefragt: Wer würde sein Haus vergammeln lassen, bevor er etwas tut. Es muss doch endlich mal eine Lösung geben.“

Die Antwort aus der Kreisverwaltung in Güstrow ist allerdings ernüchternd. „Die Straßensanierung wird mit einer Prioritätenliste abgearbeitet. Die Straßen in der Region Teterow befinden sich nicht im vorderen Bereich der Liste“, heißt es.

Pro Jahr 6,6 Millionen Euro für Straßensanierung

Dass in der Teterower Region gar nichts gemacht werde, dagegen verwahrt sich der Landkreis aber. Vor 2018 seien zum Beispiel die Kreisstraße GÜ  30 von Roggow nach Teterow, die GÜ  42 von Bartelshagen nach Warnkenhagen, einschließlich Ortsdurchfahrt und auf der GÜ  36 die Ortsdurchfahrten Nieköhr und Granzow gemacht worden.

Kreissprecher Michael Fengler merkt auch an, dass einige Straßen dem Grunde nach keine Kreisstraßen seien, sondern Gemeindestraßen entsprechen würden. Mit der Gemeinde Jördenstorf werde gerade verhandelt, den Abschnitt von Jördenstorf nach Klenz abzugeben. Eine sanierungsbedürftige Straße einfach an eine Gemeinde zu übertragen, löst aber nicht das Problem.

Was den grundhaften Ausbau von Straßen betrifft, gucke der Landkreis neben den Zustandsnoten unter anderem auch auf Faktoren wie Verkehrsbelegung, Schulbusverkehr oder Netzbedeutung und es werde die Verkehrsbedeutung für Landwirtschaft, Industrie und Tourismus abgewogen, so der Kreissprecher. Seit 2011 seien für die Straßensanierung, sprich Neubau und Instandsetzungsmaßnahmen, 6,6  Millionen Euro pro Jahr eingesetzt worden.

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