ABRISS

Bagger holt sich Basepohler Kaufhalle und Garagen

Die ehemalige Armeesiedlung in Basepohl am See wird immer weiter zurückgebaut. Für die größten Brocken der Geistersiedlung ist noch keine Lösung in Sicht.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Die Abrissbagger der Firma Otto Freerk beseitigten nur einen Teil der Garagen in Basepohl am See. Die anderen Garagen sind in Privathand.
Die Abrissbagger der Firma Otto Freerk beseitigten nur einen Teil der Garagen in Basepohl am See. Die anderen Garagen sind in Privathand. Eckhard Kruse
Reifen, Asbest und viel Müllsäcke sind in den Restgaragen in Basepohl Siedlung zurück geblieben.
Reifen, Asbest und viel Müllsäcke sind in den Restgaragen in Basepohl Siedlung zurück geblieben. Eckhard Kruse
Hier stand einmal die DDR-Kaufhalle. Die sieben Wohnblocks der Siedlung sollen irgendwann folgen.
Hier stand einmal die DDR-Kaufhalle. Die sieben Wohnblocks der Siedlung sollen irgendwann folgen. Eckhard Kruse
Basepohl am See.

Die Chance, jemals wieder in der Basepohler Siedlung einkaufen zu können, tendiert momentan gegen Null. Denn die einzige Verkaufsstelle in den ehemaligen Armee-Blöcken gleich neben der stillgelegten Kaserne ist dem Erdboden gleich gemacht worden.

Bagger schoben die Stätte zusammen, in der Soldaten, Offiziere und ihre 200 Familien zu DDR-Zeiten eingekauft haben. Die Baggerfahrer brachen den Beton und das Dach ab. Übrig geblieben sind nur eine Fläche mit Sand und wohl einige Erinnerungen.

Geisterstadt hinterlassen

Doch dieser Abbruch ist nur ein Steinchen eines großen Ganzen. Denn das Kita-Gebäude mit dem Jugendclub und das Ledigenwohnheim von NVA- und Bundeswehrsoldaten verschwanden schon aus dem Bild der Siedlung. Die hohen Häuser ringsumher warten nur noch auf den Tag, an dem sie das gleiche Schicksal ereilt. Denn sie stehen leer.

Immer mehr Menschen waren seit der politischen Wende 1990 von hier fort gezogen. Vor drei Jahren verließen auch die letzten und hartgesottenen Mieter das sinkende Schiff. Sie flohen, weil ihnen Öl, Strom und Wasser abgeklemmt worden waren, und hinterließen damit eine Geisterstadt.

Einige Garagen stehen noch

Das schwere Gerät der Abrissfirma arbeitete nach dem Kaufhallenabbruch gleich noch weiter. Die Mitarbeiter machten sich an die Garagen, die einst hinter den Wohnblöcken gebaut worden waren. Doch der Abrissbagger nahm nur die beiden hinteren Reihen weg.

Die anderen vier Garagen-Reihen sind in Privatbesitz. Die Stadt hat hier keinen Zugriff. Ähnlich wie bei den sieben übrigen Wohnblocks. Hier versucht die Stadt seit Langem, eine Lösung für den Abriss mit dem Eigentümer zu finden. Doch der reagiert offenbar gar nicht.

Viel Müll abgelagert

Bei den restlichen Privatgaragen sieht es allerdings schlimm aus. Müllberge türmen sich davor auf. Autoreifen, Asbestplatten, Elektroschrott sind dort massenweise hingeworfen worden. Dazu kommen Farbreste und viele blaue Müllsäcke.

Wann der Müll und die übrigen Garagen verschwinden werden, das ist zurzeit nicht bekannt. Als nächster Schritt sollen erst einmal die Betonwege in der Siedlung aufgenommen werden. Auftraggeber wird hier wieder die Stadtverwaltung sein.

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