B108-Auffahrt gesperrt

:

Bauarbeiten schneiden Schwiessel von Außenwelt ab

Eine einzige Straße verbindet Schwiessel mit der Außenwelt. Während der Asphaltierung der B 108 ging am Abzweig Schwiessel gar nichts, das Dorf war abgeschnitten.
Eine einzige Straße verbindet Schwiessel mit der Außenwelt. Während der Asphaltierung der B 108 ging am Abzweig Schwiessel gar nichts, das Dorf war abgeschnitten.
Eberhard Rogmann

Erwachsene kamen mit dem Auto nicht durch, Schulkinder wurden in Nachbardörfern vom Bus abgesetzt – weil die einzige Straße nach Schwiessel gesperrt war.

Als Angelika Pieruch aus Schwiessel am Donnerstag zum Dienst eilte, war ihre Fahrt nach knapp zwei Kilometern zu Ende. Die Auffahrt auf die Bundesstraße 108 war mit einem Bauzaun abgesperrt. Hier ging es nicht weiter. Arbeiter der Straßenbaufirma Koch aus Malchin waren dabei, eine neue Asphaltdecke zu schütten. „Ich wusste ja, dass hier gebaut wird. Aber eigentlich war die Durchfahrt für die Dorfbewohner gewährleistet. Wenn es an diesem Tag nicht möglich war, hätte man uns doch vorher verständigen müssen“, findet die Schwester von der Caritas-Sozialstation Jördenstorf. Als Ortskundige schlug sie sich dann über einen Schleichweg nach Jördenstorf durch.

Doch längst gelang es nicht jedem, das Dorf zu verlassen. So berichtet eine junge Mutter, dass sie an der Absperrung unverrichteter Dinge umkehren musste. Kein Durchkommen gab es auch für den Schulbus. Die Kinder aus Schwiessel wurden, wie Holger Siebert berichtet, am Nachmittag in Gottin oder Groß Bützin abgesetzt und mussten sodann zusehen, wie sie nach Hause kommen.

Der Landweg ist kaum befahrbar

Wie andere Dorfbewohner ihm berichteten, hätten sie abends vor der Vollsperrung und gestanden und seien von den Bauarbeitern nicht durchgelassen worden. „Aber wie sollen wir dann nach Hause kommen oder zur Arbeit?“ fragt Holger Siebert. Denn nach Schwiessel führt nur diese eine Straße. Zwar gebe es noch einen unbefestigten Landweg nach Gottin. „Aber der ist mit einem normalen Pkw nicht zu befahren. Schwere Traktoren und große Landmaschinen haben ihn kaputt gefahren.“

Bange ist den Dorfbewohnern nun sehr, da ihnen Ähnliches in den kommenden Tagen noch einmal bevorsteht. Denn auf die Tragschicht aus Asphalt kommt noch eine verschleißfeste Deckschicht. Diese wird mit einer schweren Walze verdichtet und geglättet. Auch während und nach diesen Arbeiten ist die Straße längerer Zeit nicht befahrbar, bis die Oberfläche abgekühlt und ausgehärtet ist, erläutert Frank Polland, Leiter des Straßenmeisterei Teterow, die Technologie. Was die konkreten Bauetappen anbelangt, verweist er auf den Baubetrieb. Dieser bestimme den Ablauf der Arbeiten und zeichne auch verantwortlich für die Information der betroffenen Anlieger.

Am Mittwoch wird weiter gearbeitet

Der zuständige Bauleiter ist sich auf Nordkurier-Nachfrage keiner Schuld bewusst. Die Ausfahrt von Schwiessel sei immer entweder Richtung Matgendorf oder Neu Heinde frei. Außer zu dem Zeitpunkt, wenn die Maschinen direkt auf der Einmündung stehen. Eine Panne bei der Information der Leute in Schwiessel habe es aus seiner Sicht nicht gegeben. Er verweist auf das Straßenbauamt.

Eine konkrete Information lässt er sich letztlich noch entlocken: Die Arbeiten zum Aufbringen der Deckschicht beginnen am Mittwoch in Neu Heinde. Wann die Bauleute dann den Abzweig Schwiessel erreichen, sei aber nicht genau vorherzusagen.