ARBEITSKAMPF

Bauern sollen wegen Ceravis-Streik Futter bunkern

An den Standorten des Agrarhandels Ceravis in Malchin, Teterow und Güstrow streiken Mitarbeiter. Die Geschäftsführung kann die Forderungen nicht nachvollziehen.
45 Mitarbeiter von Ceravis aus Malchin, Teterow und Güstrow streiken für zehn Stunden vor dem Werktor in Malchin. Um
45 Mitarbeiter von Ceravis aus Malchin, Teterow und Güstrow streiken für zehn Stunden vor dem Werktor in Malchin. Um 16 Uhr wird wieder gearbeitet. Foto: Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Vor dem Werktor im Malchiner Industriegelände bildet sich eine Lkw-Schlange. Die Laster können nicht abgefertigt wer
Vor dem Werktor im Malchiner Industriegelände bildet sich eine Lkw-Schlange. Die Laster können nicht abgefertigt werden. Eckhard Kruse
Malchin.

45 Mitarbeiter der Agrarhandelsgruppe Ceravis AG in Malchin, Teterow und Güstrow sind am Freitag um 6 Uhr in den Ausstand getreten. Es handelt sich um die Beschäftigten der Frühschicht. Die Spätschicht setzt ihre Arbeitszeit noch um 2 Stunden aus und beginnt ihren Arbeitstag um 16 Uhr, informierte Jörg Dahms, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft NGG (Nahrung, Genuss, Gaststätten). Etwa 20 Angestellte aus dem kaufmännischen Bereich beteiligen sich aber nicht an dem Streik. Im Laufe des Tages verließen diverse Lkw mit Ware das Gelände in Malchin und Güstrow, um Kunden zu beliefern.

Die Beschäftigten und die Gewerkschaft fordern seit dem Jahr 2016 einen Tarifvertrag. Sie wollen eine Lohnerhöhung von 1,50 Euro je Stunde und Mitarbeiter durchsetzen. Der Vorstand der Agrarhandelsgruppe mit Sitz in Rendsburg hält aber gar nichts von diesen Forderungen.

Tarifverträge angeblich nicht üblich

Die Lohnforderungen würden einer Lohnerhöhung von mehr als zwölf Prozent entsprechen, teilte Ceravis mit. Sie stünden in keinem Verhältnis zur Produktivität der Standorte in Güstrow und Malchin. Tarifverträge seien in der Landhandelsbranche in Mecklenburg-Vorpommern auch nicht üblich.

Mitarbeiter und Gewerkschaft wollen nun eine Reaktion der Geschäftsleitung abwarten. Wenn es kein Entgegenkommen geben sollte, kündigte Jörg Dahms schon weitere und längere Streiks an. Den Bauern rät er deswegen vorab, Vorräte an Futtermitteln zu bunkern, damit sie ihre Tiere versorgen können. Ceravis kritisiert dagegen, dass die Gewerkschaft sich angesichts der Corona-Virus-Pandemie nicht um die Versorgungssicherheit schert.

 

 

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