TELEFON ABGEKLEMMT

Bauernverband Güstrow im Streit mit der Telekom

Es klingt wie ein Schildbürgerstreich, was da gerade im Dorf Alt Sührkow geschieht. Dort hadert der Bauernverband Güstrow und sein Vorsitzender mit der Telekom. Die Einführung einer neuen Technik wirft den Ort um Jahre zurück. Bei der Telekom weist man die Vorwürfe zurück.
Matthias Hantel (rechts), Landwirt in Alt Sührkow und Vorsitzender des Bauernverbands, und dessen Geschäftsführ
Matthias Hantel (rechts), Landwirt in Alt Sührkow und Vorsitzender des Bauernverbands, und dessen Geschäftsführer Detlef Nickel ärgern sich über das Vorgehen der Telekom. Nk-Archiv/E. Rogmann
Alt Sührkow.

Der Bauernverband Güstrow hat derzeit keinen Festnetzanschluss mehr. Geschäftsführer Detlef Nickel ist in Alt Sührkow bei Teterow nur noch über das Handy oder per E-Mail erreichbar. Nickel und der Vorsitzende des Bauernverbands, Matthias Hantel, sind gleichermaßen verstimmt über die Situation. Und beide sehen die Ursache ganz klar bei der Telekom.

Neue Technik, neue Probleme

Angefangen hat alles mit dem Tag im Januar, an dem die Telekom ihren ISDN-Service eingestellt hat, erläuterte Nickel. Bis dahin hatten der Bauernverband, der Milchhof von Matthias Hantel und der Hofladen mehrere Nummern über einen einzigen Anschluss genutzt. Das soll jetzt nicht mehr möglich sein. Anschlüsse konnten bislang nur für den Hofladen und für das Fax des Milchhofs bereitgestellt werden, erläuterte Matthias Hantel. Der Bauerverband und der Milchhof selbst würden telefonisch auf dem Trockenen sitzen. Und auch bei der Biogasanlage gebe es Probleme. Nicht der erste Fall dieser Art im Land.

Bis zu drei Jahre Wartezeit

Nun muss man sich mit dem Handy behelfen, das auch nicht überall im Dorf Empfang hat, so Nickel. Nach Aussage des Baurenverband-Geschäftsführers Detlef Nickel ist im Dorf aber auch keine ausreichende Internet-Leitung verfügbar, um auf die moderne IP-Telefonie aufzurüsten, damit wieder alles funktioniert. „Wir haben bei der Hotline der Telekom angerufen“, sagte Hantel. Doch dort habe man ihnen gesagt, dass IP-Telefonie erst mit dem Glasfaser-Ausbau irgendwann zwischen 2020 und 2023 möglich wird. Einen weiteren „alten“ Festnetz-Anschluss könne man erst erhalten, wenn wieder eine Telefonnummer im Dorf frei wird.

Unternehmen weist die Vorwürfe zurück

Für den Telekom-Pressesprecher Georg von Wagner ist die Telekom allerdings nicht schuld an dieser Situation in Alt Sührkow. Der Bauernverband und der Milchhof hätten sich einen externen Dienstleister genommen. Der habe die Telefonnummern im Auftrag von Detlef Nickel so geschaltet. Die für den Bauernverband vergebene Nummer sei nun am Milchhof aufgeschaltet. Die Nummern würden laut Georg von Wagner auch funktionieren. Bei einem Kontrollanruf sei jeweils eine Sprachbox angegangen, betonte er. Es sei außerdem falsch, dass es keine IP-Telefonie in Alt Sührkow gebe. Anders sei es mit einem Breitbandanschluss im Ort. Bis sie schnelleres Internet nutzen können, müssten der Bauernverband und der Milchhof warten, bis der Ausbau im Auftrag des Landkreises Rostock erfolgt ist.

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