SELTENE SCHAFE

Bei der Mela wird Bob seine Wolle los

Züchterin Katharina Jaeschke aus Neu Heinde ist mit Schafen einer besonderen und in Deutschland sehr seltenen Rasse auf der Mela – und zeigt nicht nur die Tiere.
Warten auf die Preisrichter: Katharina Jaeschke mit dem Bock Bob (rechts) und den beiden Zippen Mary und Wilma der Rasse Wensl
Warten auf die Preisrichter: Katharina Jaeschke mit dem Bock Bob (rechts) und den beiden Zippen Mary und Wilma der Rasse Wensleydale Longwool vor dem Wettbewerb der Landschafrassen auf der Mela. Christian Menzel
Neu Heinde ·

Bob, der Bock, döst so vor sich hin und lässt sich auch von den beiden Zippen Mary und Wilma nicht aus der Ruhe bringen. Von Nervosität keine Spur. Dabei nehmen die drei Schafe auf der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (Mela) am Wettbewerb der Landschafrassen teil. Bei Züchterin Katharina Jaeschke aus Neu Heinde bei Teterow steigt der Puls, je näher der Termin bei den Preisrichtern rückt. „In der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag habe ich so gut wie gar nicht geschlafen. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob ich für den Wettbewerb alles zusammenhabe“, erzählt die 28-Jährige.

Schafrasse vom Aussterben bedroht

2019 nahm die Züchterin das erste Mal an der Mela teil. „Aber als Ausstellerin. Der Wettbewerb ist ein ganz anderer Schnack“, sagt sie. Dabei braucht die gelernte Land- und Agrarwirtin eigentlich keine Mitbewerber zu fürchten, denn ihre Rasse Wensleydale Longwool schickt kein anderer Züchter in den Wettbewerb. „Die Rasse ist leider vom Aussterben bedroht und, soweit ich weiß, bin ich dafür der einzige Herdbuchzüchter in Deutschland“, sagt sie nicht ohne Stolz. Züchten im Herdbuch heißt, dass alle Tiere einen Abstammungsnachweis haben und von der Zuchtleitung geprüft wurden.

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Schafe und Ziegen züchtet Katharina Jaeschke auf dem Sophienhof, der einstigen Straußenfarm, in Neu Heinde. Wensleydale Longwool ist eine britische Langwollschafrasse, deren Ursprung in der Region von Wensleydale in North Yorkshire liegt. Die Rasse gilt als sehr robust und genügsam. Weil sie sowohl gute Fleisch- als auch Wollleistungen zeigt, wird sie zu den sogenannten Zweinutzungsrassen gezählt.

Preisrichter von Neu Heinder Schafen begeistert

Das lange Warten auf die Preisrichter hatte sich am Ende gelohnt. Bob, Wilma und Mary machten im Wettbewerb eine gute Figur. Der Preisrichter vom Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband war so begeistert von den Wensleydales, dass er die Züchterin bat, ihm doch einige Wollproben zuzuschicken.

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Katharina Jaeschke wird alle vier Mela-Tage in Mühlengeez bei ihren Tieren sein. Am Sonntag, dem letzten Tag der Ausstellung, wird sie um 13  Uhr während einer Schauschur im Kleintierzelt ihren Bock mit der Handschere von seiner Wollpracht befreien. Aber auch diese Nachricht versetzte Bob nicht in Aufregung.

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