PERSONALPROBLEME

Bei Malchins Motoballern schrillen die Alarm-Glocken

Die personellen Nöte der „Kobras“ haben nun erstmals teure Konsequenzen. Wie soll es nun weitergehen? Der Vereins-Chef hat schon einige Ideen.
Kobra-Vereinschef Thomas Weggen. Thomas Koch
Malchin.

Wenn sich die Malchiner Motoballer vor einem Spiel so richtig heißmachen und auf den Gegner einstimmen, dann gibt es am Ende der Motivationsrunde immer den gemeinsamen Schlachtruf: „Gut Biss“. Die Kobra ist schließlich das Wappentier des Vereins und ein wenig giftig und bissig sollte man in diesem Sport schon zu Werke gehen, wenn man erfolgreich sein will.

Aus der bissigen Kobra ist in der jüngsten Vergangenheit aber mehr ein ziemlich zahnloser Tiger geworden. Wenn die „Kobras“ ihre Maschinen aufheulen lassen, dann kann man fast schon davon ausgehen, dass sie den Platz nach Abpfiff des Spiels mit einer deftigen Packung verlassen.

Drohende Geldstrafe wegen Spielabsage

Die sportliche Bilanz der vergangenen zwei Jahre spricht Bände. Aus sämtlichen Heim- und Auswärtsspielen holten die Motorsportler gerade mal einen mickrigen Punkt. Lange her sind die Zeiten, als die Malchiner sogar einen DDR-Meistertitel in die Mecklenburgische Schweiz holen konnten.

Die Gegenwart ist eher bedrückend. In der Nordstaffel leuchtet für die Malchiner am Tabellenende nicht nur die rote Laterne, mittlerweile schrillen schon die Alarmglocken im Verein. Am vergangenen Wochenende konnten die Malchiner Motoballer für das Auswärtsspiel in Philippsburg noch nicht einmal eine Mannschaft an den Start bringen, mussten das Spiel absagen und haben nun eine deftige Geldstrafe vom Deutschen Motor-Sport-Bund zu erwarten.

Vereinschef Thomas Weggen ist zwar alles andere als ein Pessimist, aber er beschreibt die derzeitige Situation des Vereins schon als sehr prekär. Vor allem, wenn es um das Herzstück des Vereins, die erste Mannschaft geht. „Wir sind personell sehr, sehr dünn aufgestellt. Welche fatalen Konsequenzen das haben kann, das bekommen wir jetzt gerade mit der Spielabsage vom Wochenende und der angekündigten Geldstrafe zu spüren“, sagt er.

Fans befürchten weitere Spielabsagen

Um so etwas für die Zukunft zu verhindern, richtet Weggen einen nachdrücklichen Appell an die Öffentlichkeit. „Wir müssen unsere Männermannschaft unbedingt personell aufstocken. Natürlich kann man sich keine Motoballer backen. Aber wer Spaß am Motorrad fahren hat und seine Maschine beherrscht, der wird diesen Sport auch schnell erlernen und seine Freude daran finden“, ist der „Kobra“-Vereinschef überzeugt. Interessenten könnten sich jederzeit bei ihm melden.

In den Reihen der Fans besteht die Befürchtung, dass sich ein Szenario wie vom vergangenen Wochenende – die Spielabsage wegen Personalmangel – künftig wiederholen könnte. Thomas Weggen kann das nachvollziehen. Er versichert aber, dass der Verein alles in seiner Macht stehende unternimmt, dass es nicht soweit kommt. Aus dem Nachwuchs werde derzeit ein junger Mann für die Torhüter-Position ausgebildet. Auf diesem Posten besteht akuter Handlungsbedarf, da die derzeitige Nummer eins der Kobras wegen einer Verletzung längerfristig ausfällt.

Der Nachwuchs macht Weggen ohnehin Hoffnung. 14 Jugendliche zählt die Nachwuchsabteilung. Aus dem Bereich sollen in den nächsten Jahren immer wieder Akteure zur ersten Mannschaft stoßen. Bis die Jugendlichen das Alter erreicht haben, heißt es jetzt aber erst einmal, die derzeitige Notsituation zu meistern und die Männermannschaft personell so aufzustellen, dass es künftig nicht mehr zu Engpässen oder sogar Spielabsagen kommt.

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