Tarifverhandlungen

Bei Pfanni in Stavenhagen wird gestreikt

Die Gewerkschaft ruft Mitarbeiter beim Pfanni-Werk in den kommenden Wochen zum Streik auf. Von dem Warnstreik sind noch fünf weitere Unternehmen in MV betroffen.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Im Jahr 2016 gingen die Pfanniwerker in Stavenhagen schon einmal vor das Werktor, um für einen Westlohn zu kämpfen. In den nächsten Wochen wird das erneut der Fall sein.
Im Jahr 2016 gingen die Pfanniwerker in Stavenhagen schon einmal vor das Werktor, um für einen Westlohn zu kämpfen. In den nächsten Wochen wird das erneut der Fall sein. Eckhard Kruse
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Stavenhagen.

Im Pfanniwerk Stavenhagen und in fünf weiteren Unternehmen im Land wird es in den kommenden Wochen Warnstreiks geben. Das kündigte die Gewerkschaft NGG (Nahrung Genuss Gaststätten) nach der zweiten Tarifrunde am Freitag an. Sie ruft 1900 Beschäftigte zu Warnstreiks auf.

Neben dem Kartoffelveredlungswerk in Stavenhagen werden auch die Werke von Dr. Oetker in Wittenburg, Carl Kühne KG Hagenow, Nestle Schwerin und Conow, Emsland Food Hagenow betroffen sein, teilte Jörg Dahms, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft, mit.

Angebot nur Mogelpackung

Der Gewerkschaft ist vor allem ein Dorn im Auge, dass die Arbeitgeber sich nicht auf einen fairen Angleichungsprozess an das Westniveau einlassen, erläuterte Dahms. Den Beschäftigten habe man am Freitag zwar 3,1 Prozent mehr Lohn für 14 Monate angeboten. Doch das sei laut Dahms nur eine Mogelpackung.

Weil jedoch schon zwei Monate des Jahres vergangen sind, sei das effektiv nur eine Erhöhung um 2,21 Prozent. Ein weiteres Angebot, den Lohn im Anschluss für ein weiteres Jahr um 2,4 Prozent zu erhöhen, würde laut Dahms zu einer erneuten Verschlechterung der Entgelte im Vergleich zu den westlichen Tarifgebieten führen.

Warnstreiks werden länger dauern

„Angesichts der hohen Bedeutung der Ernährungsindustrie für Mecklenburg-Vorpommern ist es wiederholt nicht nachvollziehbar, dass die Kolleginnen und Kollegen, die in den bundesweit modernsten Betrieben arbeiten, auch am Ende des zweiten Verhandlungstages kein ernsthaftes Angebot zur Angleichung der Entgelte bekommen”, betonte Dahm.

Wann genau die etwas längeren Warnstreiks stattfinden werden, verriet Jörg Dahms indes noch nicht. Auf alle Fälle werde die Gewerkschaft aber vor dem 14. März zum Ausstand aufrufen. Denn an diesem Tag werde die dritte Tarifrunde zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern stattfinden. Man hofft, ein Angebot mit Angleichungsschritten an das Westniveau zu bekommen.

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