Wie sieht es angesichts der Preissteigerungen in diesem Jahr in der Region mit Weihnachtsfeiern im Restaurant aus?
Wie sieht es angesichts der Preissteigerungen in diesem Jahr in der Region mit Weihnachtsfeiern im Restaurant aus? Jan Woitas
Teterows beliebte Waldgaststätte „Uns Hüsung“. Auch hier kommt der Inhaber nicht um Preisanpassungen her
Teterows beliebte Waldgaststätte „Uns Hüsung“. Auch hier kommt der Inhaber nicht um Preisanpassungen herum. Thomas Koch
Restaurantinhaber Pascal Steinmetz aus Teterow kann sich derzeit über mangelnden Zulauf nicht beklagen.
Restaurantinhaber Pascal Steinmetz aus Teterow kann sich derzeit über mangelnden Zulauf nicht beklagen. Thomas Koch
Der Basedower Gastronom Daniel Witt will trotz Kostensteigerungen weiterhin Gerichte zwischen 15 und 20 Euro anbieten.
Der Basedower Gastronom Daniel Witt will trotz Kostensteigerungen weiterhin Gerichte zwischen 15 und 20 Euro anbieten. Thomas Koch
Gastronomie

Beim Restaurantbesuch sitzt das Geld nicht mehr so locker

Auch viele Restaurants in der Mecklenburgischen Schweiz müssen die Preissteigerungen an die Kundschaft weitergeben. Leidet darunter jetzt auch das Weihnachtsgeschäft?
Teterow

Der Advent ist alle Jahre wieder auch die Zeit, in der viele Betriebe und Vereine mal ausscheren aus dem normalen Alltag. Sich mit den Kollegen oder Freunden aus dem Sportverein auf die Weihnachtszeit gemütlich einzustimmen, das ist gute Tradition. So kehrt man denn ein bei der hiesigen Gastronomie und hat abseits von Büro, Baustelle oder Sporthalle einen schönen Abend zusammen. „Schrottwichteln“ meist inklusive. Aber sitzt das Geld für Weihnachtsfeiern und Restaurantbesuche wirklich noch so locker in Zeiten, in denen die Preise in nahezu allen Lebensbereichen explodieren?

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Fast täglich Adventsfeiern im Restaurant

Der Teterower Gastronom Pascal Steinmetz kann sich derzeit nicht gerade über zu wenig Zulauf beklagen. Adventsfeiern stehen hier fast jeden Tag auf dem Terminkalender. Gerade nach den zwei enthaltsamen Vorjahren. Eines ist ihm aber aufgefallen. „Weihnachtsfeiern werden nicht gestrichen. Aber die Gäste schauen ganz genau hin, was sie bestellen, wählen oftmals auch ein kleines Gericht und trinken dann schon mal zwei, drei Bier weniger als sonst“, erzählt er.

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Kleinere Portionen als Lösung?

Wie viele andere Gastwirte in der Region ist auch Steinmetz in den vergangenen Wochen nicht daran vorbei gekommen, die Preise auf seiner Speisekarte anzupassen. Was bleibe ihm auch anderes übrig, wenn alles teurer wird. Nicht nur die Kosten für Energie sind in die Höhe geschnellt, auch die Preise für all die schönen Dinge, die in seiner Gaststätte auf dem Teller landen, haben einen großen Sprung nach oben gemacht. Enten sind im Einkauf mittlerweile bis zu 50 Prozent teurer, ähnlich sehe es bei Rindfleisch aus. „Jetzt könnte ich natürlich die Portionen kleiner machen und den Preis belassen. Das ist aber nicht unser Anspruch und wäre auch nicht im Sinne unserer Gäste“, sagt er. Satt werden soll hier schließlich jeder. Dafür muss man aber auch bei ihm tiefer in die Tasche greifen.

Großes Erwachen im nächsten Jahr?

Wer Entenkeule bestellt, für den wird es schon mal drei bis vier Euro teurer. Beim klassischen Schnitzel fällt der Preisanstieg mit einem Euro hingegen noch bescheidener aus. Dass sich die Leute mittlerweile genau überlegen, ob sie essen gehen, diese Erfahrung hat der Gastronom in den vergangenen Wochen bereits gemacht. „Der November war schon eine kleine Katastrophe und brachte bloß ein Drittel des Umsatzes vom Oktober“, sieht Steinmetz düstere Zeiten auf seine Branche zukommen. Das große Erwachen werde wohl erst Anfang des nächsten Jahres kommen, wenn den Leuten die Nachzahlungen für ihren Energieverbrauch ins Haus flattern, ist er überzeugt. „Dann werden sie sich erst recht überlegen, wie viel Geld noch übrig ist für einen Gaststättenbesuch und ob man sich das noch leisten kann“, meint Steinmetz.

In der Regel zahlt der Chef bei Weihnachtsfeiern

Dass bei Weihnachtsfeiern gespart wird, das erlebt der Basedower Gastronom Daniel Witt in diesen Tagen eher selten. „In diesen Runden bezahlt ja in aller Regel der Chef und da halten sich die Mitarbeiter nicht unbedingt zurück“, sagt er.

Aber im normalen Geschäft sei ein verändertes Preisbewusstsein bei der Kundschaft schon zu spüren. „Wir stellen uns darauf ein, indem wir nach wie vor Gerichte anbieten, die zwischen 15 und 20 Euro liegen, der Gast zufrieden ist und wir auch noch Geld verdienen“. Um Preisanpassungen sei aber auch er in seinem Steakhouse nicht herumgekommen.

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