In Belitz bei Teterow ist am Wochenende der Storch eingetroffen – wie gewohnt um einige Wochen früher als die meist
In Belitz bei Teterow ist am Wochenende der Storch eingetroffen – wie gewohnt um einige Wochen früher als die meisten seiner Artgenossen. Wolfgang Schmidt
Am Sonntag wurde der zeitige Rückkehrer auf dem Pfarrhof beobachtet.
Am Sonntag wurde der zeitige Rückkehrer auf dem Pfarrhof beobachtet. Steffi Brei
Vogelzug

Belitzer Storch ist schon wieder da

Nur einmal war der Belitzer Storch noch zeitiger zurück aus dem Winterquartier als in diesem Jahr. Oft hat sich der frühe Zugvogel aber auch kalte Füße geholt.
Belitz

Er hat es wieder geschafft. In Belitz wurde der Storch gesichtet, der damit seinem Ruf gerecht wird: Er ist der Erste der Teterower Region, der sich aus seinem Winterquartier zurückmeldet. Und das mal wieder sehr zeitig im Jahr. Am Sonnabendvormittag, also am 22.  Januar, war er auf seinem angestammten Horst angekommen. Familie Krüger, auf deren Grundstück der Mast steht, entdeckte ihn zuerst und benachrichtigte auch gleich Storchenhorstbetreuer Wolfgang Schmidt in Teterow.

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An seinem Rückkehr-Rekord sei Adebar damit nur ganz knapp vorbeigeschrammt, weiß dieser. Schließlich führt Wolfgang Schmidt seit Jahren genau Statistik über die Störche in der Teterower Region. Und daraus geht hervor, dass der Storch, genauer gesagt die Störche in Belitz nur einmal noch früher ankamen, als in diesem Jahr. Nämlich 2011. Da waren sie bereits am 20.  Januar auf ihrem Horst gesichtet worden. Viele Jahre lang waren die Belitzer Störche nämlich gleich als Paar eingetroffen. Das hatte sich dann 2013 geändert, als sie erstmals nacheinander kamen. Adebar Nummer eins flog damals am 18.  Februar ein, der zweite folgte dann am 21.  Februar. Auch das belegt die Statistik von Wolfgang Schmidt.

Storch trotzte schon Frost und eisigem Wind

Der erste Storch in MV ist der Belitzer in diesem Jahr aber möglicherweise nicht. Bereits am 4.  Januar wurde ein Artgenosse bei Löcknitz gesichtet und von einem Nordkurier-Leser gefilmt. Allerdings könnte es sich dabei auch um einen der wenigen Störche gehandelt haben, die in unseren Breiten überwintern, statt in den Süden zu fliegen.

Im vergangenen Jahr hatte sich der Belitzer Storch übrigens am 28.  Januar als Erster zurückgemeldet und sich mal wieder kalte Füße geholt. Statt vom Frühling zu künden, hatte er nämlich noch die volle Wucht des Winters abbekommen, stand in Schnee und Eis, musste zweistelligen Minusgraden trotzen und sich eisigem Ostwind widersetzen. Einige Tage lang wurde Adebar in Belitz dann auch nicht gesehen. Er hatte wohl anderswo Zuflucht und Futter gesucht. Zumindest im Moment macht dem Weißstorch das Winterwetter da aber nicht ganz so zu schaffen. Ausschau nach Futter hielt er auch schon mal auf dem Pfarrhof. Dort hatte ihn jedenfalls Steffi Brei am Sonntag beobachtet und unserer Redaktion auch gleich ein Beweisfoto geschickt.

Aufstellung neuer Nisthilfen geplant

Für Storchenhorstbetreuer Wolfgang Schmidt hat mit dem Eintreffen des Belitzer Storches das Storchenjahr 2022 begonnen. Allerdings werde es noch ein bisschen dauern, bis das Gros der Adebare ankommt. „In etwa sechs bis acht Wochen werden die ersten Zugstörche aus Richtung Spanien erwartet“, sagt er.

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Schon im Herbst vergangenen Jahres hat Wolfgang Schmidt einige Absprachen getroffen. So soll es in Walkendorf eine neue Nisthilfe geben. Der alte Holzmast war bei einem Sturm im vergangenen Frühjahr umgefallen. Jetzt soll ein Betonmast Standsicherheit geben. Das sei mit der Teterower Firma Elektroinstallationen Schmidke abgestimmt, so Wolfgang Schmidt. Auch in Groß Lunow soll eine neue Nisthilfe aufgestellt werden, damit sich dort wieder Störche niederlassen. Im vergangenen Jahr waren nämlich keine gekommen. Insgesamt hatten Störche in der Teterower Region im vergangenen Jahr 23 Horste besetzt. 39 Junge waren flügge geworden.

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