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Bestatter suchen Toten im Bungalow vergeblich

Ein Plan gibt Ortsunkundigen jetzt Orientierung über die Grundstücke in der Bungalowsiedlung.
Ein Plan gibt Ortsunkundigen jetzt Orientierung über die Grundstücke in der Bungalowsiedlung.
Eberhard Rogmann

Wer vermutet die Hausnummer 153 zwischen der 29 und 30? Für Einsatzkräfte in Notfällen können solch verwirrende Verhältnisse fatale Folgen haben.

Hans-Joachim Lembke werkelt an seinem Boot. Er, so heißt es, habe den besten Überblick über die gut einhundert Grundstücke der Seedorfer Bungalow-Anlage bei Basedow am Malchiner See. Das rührt von einem erschütternden Vorfall: In der Siedlung war jemand gestorben. Ein Bestattungsunternehmen war beauftragt, den Toten abzuholen. Doch die Männer konnten das angegebene Haus nicht finden. Nachdem sie eine Weile in der Anlage umhergeirrt waren, mussten sie unverrichteter Dinge wieder abrücken. Erst bei einem zweiten Versuch konnten sie ihren Auftrag erfüllen.

Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. „Hier ging es um einen Toten. Doch ebenso gut hätte es sich um einen medizinischen Notfall handeln können. Denken wir an Herzinfarkt oder Schlaganfall, wo bekanntlich jede Minute zählt. So etwas kann jederzeit passieren und dann wäre es höchst fatal, wenn der Rettungsdienst nicht gleich das betreffende Haus findet“, schildert Hans-Joachim Lembke.

In der Tat ist die Orientierung auf dem Areal schwierig. Zwar trägt jedes Haus eine Nummer. Die Zählung beginnt unten am See und erfolgt zunächst fortlaufend. Die Hausnummern springen sodann in den ersten abzweigenden Querweg, laufen dort bis zum Ende und weiter auf der anderen Seite zurück. Ein stringentes Prinzip. Wenn es nicht die „Ausreißer“ gäbe. „Das sind später bebaute Parzellen. So kommt es, dass gegenüber der Nr. 10 zwischen 29 und 30 die 153/154 auftaucht“, sagt Lembke.

Es ist nicht der einzige exotische Fall. Erschwerend kommt hinzu, dass die einzelnen Wege keine Bezeichnung haben. Nach dem erwähnten Vorfall hat Hans-Joachim Lembke einen Lageplan anfertigen lassen. Der steht jetzt auf einer massiven Tafel an der Zufahrt zur Anlage und bietet Orientierung. Das hilft nicht nur Rettungskräften, sondern allen Ortsfremden, ist er überzeugt.