HIMMELFAHRT IN TESCHOW

Besucher Feuer und Flamme für historisches Backhaus

Zu Himmelfahrt wird auf dem Silberberg in Teschow Gottesdienst gefeiert. Hunderte Besucher strömten anschließend zum traditionsreichen Dorffest, dem ein junges Team seinen Stempel aufdrückte.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Das hat im Teterower Ortsteil Teschow Tradition: Geduldig harrte Jung und Alt in der Schlange vor dem historischen Backhaus aus, um Brot und Kuchen zu ergattern.
Das hat im Teterower Ortsteil Teschow Tradition: Geduldig harrte Jung und Alt in der Schlange vor dem historischen Backhaus aus, um Brot und Kuchen zu ergattern. Eberhard Rogmann
Geschickt formte der siebenjährige Ben bei Schmiedemeister Ulrich Manzke aus dem glühenden Eisen eine Spitze.
Geschickt formte der siebenjährige Ben bei Schmiedemeister Ulrich Manzke aus dem glühenden Eisen eine Spitze. Eberhard Rogmann
Mitten im Trubel zwischen Backhaus und Schmiede – Andrea Skambraks (links) und Judith Röseler vom Festkomitee, das die Organisation der Traditionsveranstaltung neu übernahm.
Mitten im Trubel zwischen Backhaus und Schmiede – Andrea Skambraks (links) und Judith Röseler vom Festkomitee, das die Organisation der Traditionsveranstaltung neu übernahm. Eberhard Rogmann
Louis und Valentina Möller aus Hamburg haben ihren Spaß beim Angeln nach Fischen aus der Waschschüssel.
Louis und Valentina Möller aus Hamburg haben ihren Spaß beim Angeln nach Fischen aus der Waschschüssel. Eberhard Rogmann
Mit seinem Trekker kam Rafael Hacker aus Retzow zum Dorffest nach Teschow und brachte noch acht Dorfbewohner auf dem geschmückten Anhänger mit.
Mit seinem Trekker kam Rafael Hacker aus Retzow zum Dorffest nach Teschow und brachte noch acht Dorfbewohner auf dem geschmückten Anhänger mit. Eberhard Rogmann
Teschow.

„Es ist ein Glücksfall, dass es weitergeht hier in Teschow.“ Mit dieser Feststellung sprach Teterows Bürgermeister Andreas Lange wohl allen aus dem Herzen, die in dem Ortsteil der Bergringstadt die Dorfstraße zwischen Schmiede und Dörphus bevölkerten. Zum traditionellen Dorffest an Himmelfahrt waren Hunderte aus allen Himmelsrichtungen in den kleinen Ort gekommen – wie in den 25 Jahren zuvor.

Dass diese Tradition ungebrochen weitergeführt werden konnte, ist keine Selbstverständlichkeit. Denn im Vorjahr hatten sich die bisherigen Organisatoren verabschiedet, ohne dass sie den Staffelstab an Nachfolger übergeben konnten. Wieder einmal bewahrheitete sich die Spruchweisheit: „Wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg.“ Andrea und Mathias Skambraks aus dem Dorf setzten sich den Hut auf im örtlichen Festkomitee.

Stavenhagener Bäcker rückten früh um vier an

„Natürlich ist die Organisation einer solchen Veranstaltung eine ungewohnte Herausforderung für uns. Doch wir erhielten viel Unterstützung – von der Stadt, vom Museumsverein, durch Ilse Koch vom Heimatbund und natürlich aus dem Dorf“, sagte Andrea Skambraks. Eine große Hürde war genommen, als sich Bäckermeister Christoph Hatscher aus Stavenhagen bereit erklärte, im historischen Backhaus den Ofen anzuheizen und zu backen. Diese Backwaren sind von Anbeginn eine Hauptattraktion des Festes.

Dem Meister war wohl bewusst, dass er sich auf ein Risiko einließ. „So ein Holzbackofen hat seine eigenen Gesetze, da ist keiner wie der andere“, sagte er. Ein Probebacken Anfang Mai überzeugte ihn dann. Mit drei Mann rückten die Stavenhagener morgens um vier an, heizten den Ofen und begannen den Teig zu kneten. Hundert Brote und 65 Bleche Kuchen brachte das Team unters Volk. Das stand geduldig Schlange am Verkaufstresen. Viele ließen sich den Kuchen vor Ort im Kaffeegarten schmecken. Abwechslungsvolle Unterhaltung boten dazu der Liedermacher Benjamin Nolze, die Tanzgruppe des Neukalener Karnevalsvereins sowie die Teterower Schalmeien.

Kalorien abbauen am Schmiedehammer

Überzählige Kalorien abzubauen, bot die Dorfschmiede Gelegenheit. Dort hatte Ulrich Manzke das Feuer entfacht und glühte das Eisen. Daraus schmiedete er Nägel, die für einen Obolus als Schuppen in einen Holzhecht geschlagen werden. Gern gab der Meister den Hammer auch mal aus der Hand. So erwies sich der siebenjährige Ben schon recht geschickt am Amboss. Manfred Mittag zeigte, was er vor Jahrzehnten gelernt hatte, und ließ den Hammer regelrecht tanzen.

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