BÄUME ERST GEPFLANZT

Biber zerstört das Ufer der Ostpeene

An der Ostpeene in Malchin ist immer häufiger zu sehen, wie der Biber die Bäume annagt. Nun fordert ein Malchiner, dass die Stadt die Bäume schützen soll.
Kirsten Gehrke Kirsten Gehrke
An Malchins Ostpeene hat der Biber deutliche Spuren hinterlassen, dort wo er sich seinen Weg zu den Bäumen sucht. 
An Malchins Ostpeene hat der Biber deutliche Spuren hinterlassen, dort wo er sich seinen Weg zu den Bäumen sucht. Kirsten Gehrke
2005 wurden an der Ostpeene Bäume gepflanzt. Da sah das Ufer noch so aus. Inzwischen sind die Bäume groß.  
2005 wurden an der Ostpeene Bäume gepflanzt. Da sah das Ufer noch so aus. Inzwischen sind die Bäume groß. Wolfgang Jahrmärker
Die Spuren des Bibers sind an der Ostpeene in Malchin nicht zu übersehen. Die 2005 gepflanzten Bäume nagt er an.
Die Spuren des Bibers sind an der Ostpeene in Malchin nicht zu übersehen. Die 2005 gepflanzten Bäume nagt er an. Kirsten Gehrke
Malchin.

Wenn Wolfgang Jahrmärker spazieren geht, dann steuert er in Malchin gern die Ostpeene an. Es ist ein beliebter Ort vieler Malchiner. Doch zunehmend sieht der 66-Jährige die Idylle dahin schwimmen. An mehreren Stellen sind deutlich Dämme zu sehen, wo der Biber sich den Weg ans Ufer gesucht hat. Dort stehen Bäume, die 2005 von der Stadt angepflanzt worden waren. Noch.

„Mit viel Aufwand wurde an der Ostpeene hinter dem Schwimmbad der Uferstreifen mit neuen Bäumen bepflanzt und gegen Wildbiss mit einem Zaun geschützt“, erinnert sich Jahrmärker. In den 13 Jahren hätten sich diese Bäume prächtig entwickelt und würden als Uferschutz und Nistplatz für Vögel dienen. Nun beobachtet der Malchiner, dass dies zunehmend zerstört wird.

Viele Bäume sind geschädigt

„Letztes Jahr war das noch nicht“, sagt der Rentner. Da seien diese vielen Biberspuren noch nicht zu sehen gewesen. In einem Winter habe das Nagetier ganze Arbeit geleistet. Auf die Rinde der Bäume sei er als Nahrungsquelle angewiesen. Etliche Bäume sind beschädigt. „Einige Bäume liegen, andere drohen umzufallen“, so Jahrmärker. „Das geht nun in diesem Winter so weiter, es sind schon wieder etliche dicke Bäume enorm geschädigt.“ Für Spaziergänger seien die kreuz und quer liegenden „angespitzten“ Bäume kein schöner Anblick.

Wie Jahrmärker feststellt, habe die Biber-Population in dem Bereich der Ostpeene enorm zugenommen, so dass auch der Uferbereich stark geschädigt sei. Er habe ja nichts gegen den streng geschützten Biber, aber „es kann doch kein großes Problem sein, diese gut gewachsenen Bäume gegen den Biberfraß zu schützen“, meint er. Der Biber werde ja keinen Schaden nehmen. Es seien ausreichend Sträucher da.

Bäume können ohne Antrag mit Draht umwickelt werden

In Salem zum Beispiel seien Bäume mit Draht umwickelt und somit geschützt. So könnten die Nager dort nicht herankommen. So etwas würde sich der Naturfreund auch in Malchin wünschen.

Möglich wäre so etwas, heißt es aus der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Der Grundstückseigentümer dürfe Bäume umwickeln lassen. Dazu brauche er keinen Antrag stellen, erklärt Sprecherin Haidrun Pergande.

Malchins Bürgermeister Axel Müller will sich nun die Biberspuren an der Ostpeene ansehen. Wenn die Bäume damals für viel Geld angelegt worden seien, dürften diese nun nicht zerstört werden. Doch wenn die Borke bereits abgefressen ist, werde Draht vermutlich keinen Sinn mehr machen, so Müller. Die Bäume würden ohnehin absterben. Inwieweit es für die restlichen Bäume eine Lösung gibt, wolle man prüfen.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Malchin

zur Homepage

Kommentare (2)

am liebsten mag er junge Kopfweiden gesetzt zur Uferbefestigung mit einem Stammdurchmesser bei 20cm - desweiteren Alles was schmeckt bis über 60cm Stammdurchmesser - im Tollensetal selbiger trauriger Anblick - ja schützt die Bäume - Maschendraht hilft nicht - macht Wildbockwurst aus ihm - ist nachhaltiger

In der Zeitung liest man wieder einmal in der Überschrift brachiale Worte wie "Biber zerstört", wie bei den Wolfsberichten, immer auf BILD- Zeitungs-Niveau. Der einzige Zerstörer der Natur ist der Mensch. Dieses Engagement für ein paar Uferbäume würden wir uns wünschen, wenn mal wieder eine unsinnige Straße oder Autobahn gebaut oder sonstige Rodungen im Großformat veranlaßt werden. Laßt die Tiere leben und freut Euch daran, daß wir nicht eine reine Agrarwüste um uns herum haben