LESEN FÜR MALCHIN

Bibliotheks-Streit: Förderverein ruft zum stillen Lesen auf

Mit einer Aktion „Lesen für Malchin” wollen die Bibliotheksfreunde auf dem Marktplatz auf die unsichere Zukunft der Bücherei aufmerksam machen. Selbst der Kulturausschuss scheint noch nicht verstanden zu haben, wie sehr die Bibliothek den Malchinern am Herzen liegt.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Wo sollen die Bücherwände im nächsten Jahr aufgebaut werden, wenn Malchins Bibliothek aus dem Stadthaus auszieh
Wo sollen die Bücherwände im nächsten Jahr aufgebaut werden, wenn Malchins Bibliothek aus dem Stadthaus ausziehen muss? Diese Frage stellen sich derzeit nicht nur die Mitglieder des Fördervereins. Jens Kalaene
Malchin.

Der Malchiner Stadtvertreter-Ausschuss für Kultur will erst einmal ein „Planungsgespräch in Rostock“ zum Umbau der Marcus-Schule und der Bibliotheksräume abwarten, bevor er Stellung bezieht zur Zukunft der Bibliothek. Dabei beschäftigt das Thema die Malchiner sehr.

Wie sehr es in der Stadt „brodelt“, das wird sich nun am Donnerstag in einer Woche auf dem Malchiner Marktplatz zeigen. Der Förderverein der Stadtbibliothek hat für den 21. November zu 15 Uhr zu einer Aktion „Lesen für Malchin“ aufgerufen. „Zeigen wir, dass Lesen und Bildung für uns wertvoll sind“, heißt es in dem Aufruf. Die Stadtbibliothek solle ihre angestammten Räume verlassen, ohne dass die Stadt bereits adäquate andere Räume anbieten könne. So werde man – quasi als Kollateralschaden des Umbaus der Siegfried-Marcus-Schule – jahrelange, gute Bildungs- und Kulturarbeit im Handstreich zur Strecke bringen.

„Wir wollen mit der Aktion auf die Situation der Bibliothek aufmerksam machen und auch Leute erreichen, die sonst vielleicht weniger mit der Bibliothek zu tun haben“, sagt Marit Haferkorn, die Vorsitzende des Bibliotheksvereins. Sie selbst sei schon gespannt, wie viele Leute wohl auf den Marktplatz kommen werden. Jeder solle auch Freunde und Verwandte mitbringen und vor allem auch ein Buch, vielleicht auch einen Klappstuhl und bei Bedarf Mütze und Regenschirm. Eine Viertelstunde lang soll dann jeder still für sich in seinem Buch lesen und damit ein Zeichen für die wichtige Einrichtung Bibliothek setzen, so die Vereinsvorsitzende. Ausliegen werde auch eine Petition zur Unterstützung der Stadtbibliothek. Nach der Lese-Aktion sind dann alle Teilnehmer zum Aufwärmen bei Tee, Kinderpunsch Biskuit und Märchen in die Räume der Stadtbibliothek eingeladen.

Stadt leistet sich mehrere Peinlichkeiten

Malchins Bibliothek soll voraussichtlich bereits im kommenden Jahr aus dem Stadthaus ausziehen, da die Räume saniert und dann für die spezifische Inklusions-Kompetenz der Marcus-Schule angegliedert werden. Ihren neuen Platz soll die Ausleihe einmal in der Förderschule in der Lindenstraße zusammen mit der Musikschule bekommen. Doch kann es noch einige Jahre dauern, bis die Förderschule hier auch tatsächlich auszieht. Bisher ist es der Stadtverwaltung nicht gelungen, eine überzeugende Übergangslösung zu finden. Dass sich der Kulturausschuss am Dienstagabend nicht mit der Frage der Bibliothek befassen wollte, ist nur eine von mehreren Peinlichkeiten, die sich die Stadt in den vergangenen Tagen geleistet hat. Bürgermeister Axel Müller hatte auf der Einwohnerversammlung Anfang der vergangenen Woche von der Möglichkeit gesprochen, die Bücherei in einem Keller am Stadtrand unterzubringen. Das kam gar nicht gut an, so dass diese Variante wohl mittlerweile vom Tisch sein dürfte.

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