MOTORRADTREFFEN

Biker bleiben die Blaulicht-Gebühr schuldig

Die Motorrad-Ausfahrt im vergangenen Jahr in Malchin war ein richtig teures Vergnügen. Die Polizei stellte nämlich zum ersten Mal für ihre Dienste eine Rechnung. Der Veranstalter des Biker-Treffens hat sie bis heute nicht bezahlt. Und das hat Gründe.
Die Polizei begleitet in jedem Jahr die Ausfahrt hunderter Motorradfahrer durch die Region wie hier zwischen Dargun und Neukal
Die Polizei begleitet in jedem Jahr die Ausfahrt hunderter Motorradfahrer durch die Region wie hier zwischen Dargun und Neukalen. Und lässt sich das seit dem vergangenen Jahr auch nicht schlecht bezahlen. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

Da ist noch eine Rechnung offen: Während in Malchin nun bereits das 27. Mecklenburger Motorradtreffen für Ende April in Vorbereitung ist, wartet ausgerechnet die Polizei noch auf einen Zahlungseingang von über 2000 Euro aus dem vergangenen Jahr. Für die Ausfahrt der Biker vom Festplatz im Hainholz aus hatten die Ordnungshüter erstmals eine Gebühr erhoben – für den Aufwand bei den verkehrstechnischen Maßnahmen wie Straßensperrungen oder das Begleiten der Motorradfahrer, hieß es damals zur Begründung. Die Blaulicht-Gebühr hatte vor einem Jahr schon für einige Aufregung und für viel Pro und Contra gesorgt, zumal sie zunächst erst einmal nur von der Neubrandenburger Polizei für ihr Territorium erhoben wurde. Die Polizei-Inspektion in Güstrow, zu deren Einzugsbereich auch Teterow gehört, sah für die Abgabe keine Veranlassung.

Noch ein Gespräch mit der Polizei

Dass er die Gebühr noch nicht bezahlt habe, sei zunächst einmal sein Fehler, gesteht der Veranstalter des Motorradtreffens Reinhard Hassemer ein. Er habe sich den Genehmigungsbescheid der Ordnungsbehörde an dieser Stelle nicht so genau durchgelesen. Doch hat Hassemer offenbar auch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass er um die mehr als 2000 Euro vielleicht doch noch herum kommt. Dazu gebe es in nächster Zeit noch ein Gespräch mit der Polizei.

„Doch hier ist nicht nur die Polizei gefragt, sondern auch die Politik“, ist Hassemer überzeugt. Immerhin sei die alljährliche Rundfahrt von Hunderten Motorradfahrern quer durch die Region auch ein touristischer Höhepunkt. „Wieviel Besucher haben wir damit in den vergangenen 26 Jahren schon nach Malchin und in die Umgebung geholt?“, gibt Hassemer zu bedenken. Außerdem trennt Malchins Ober-Biker strikt zwischen der Motorrad-Ausfahrt und der Biker-Hochzeit auf der einen Seite und dem geschäftlichen Treiben auf dem Festplatz im Hainholz auf der anderen. Mit seinen beiden Veranstaltungen zu Beginn des Biker-Treffens lasse sich kein Geld verdienen, so dass er die Ausfahrt-Gebühr auch als ungerecht empfindet.

Neue Überlegungen für die Ausfahrt

„Bei einer so hohen Gebühr lohnt doch die Ausfahrt schon bald nicht mehr“, sagt Hassemer. Doch was wäre ein Malchiner Biker-Treffen ohne den Motorrad-Ausflug? Soweit soll es nicht kommen. Der Veranstalter überlegt mittlerweile, ob die Biker diesmal für einen gemeinnützigen oder wohltätigen Zweck ihre Maschinen starten könnten. „Wir haben die Ausfahrt schon einmal mit Spenden für den Weißen Ring verbunden. Das hat sehr gut funktioniert.“

Gemeinnützige Veranstaltungen sind bei der Polizei weiterhin nicht gebührenpflichtig. An eine Blaulicht-Abgabe, wie sie im vergangenen Jahr bei den Teilnehmern des Malchiner Lkw-Treffens erhoben worden war, ist bei den Bikern bisher nicht gedacht.

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Kommentare (1)

...einer so hohen Gebühr lohnt doch die Ausfahrt schon bald nicht mehr" Genau das ist die Absicht. Das Verwaltungskostengesetz des Landes habe de Landtag verabschiedet. Komisch nur, das die Ultras von Hansa für die Kosten des Polizeieinsatzes nicht aufkommen müssen. Links-und Rechtsextreme im übrigen auch nicht wenn sie eine Versammlung anmelden. Klingt komisch,ist aber so.
Meldet doch eine Versammlung an mit anschließendem Aufzug. Thema: Gegen Polizeigebühren bei Motorradausfahrten. Mit Auftakt und Schlußkundgebung. Da bezahlt die Kosten für den Polizeieinsatz die Bundesrepublik Deutschland.