:

Bitte keine Gitter an Teschows Schlossfenster!

Ländliche Idylle am Landhotel Teschow: Bald werden hier psychisch kranke Patienten auf die Rinder schauen.
Ländliche Idylle am Landhotel Teschow: Bald werden hier psychisch kranke Patienten auf die Rinder schauen.
Eckhard Kruse

Sicher ist sicher: Der Vorsitzende des Teterower Bauausschusses will verhindern, dass aus dem Landhotel Teschow entgegen bisheriger Versicherungen der neuen Betreiber doch eine geschlossene Einrichtung werden kann.

Für die Einwohner von Teschow wäre es bitter, wenn eines Tages die Schloss-Fenster vergittert und Zäune um das Schlossgelände gesetzt werden würden. Solches hatte der zukünftige Betreiber des Teschower Schlosses zwar verneint, der das Hotel in eine psychsomatische Klinik verwandeln will. Aber in der gemeinsamen Sitzung von Bau-, Wirtschafts- und Verkehrsausschuss der Stadt Teterow wollte man sich dann doch nicht auf solche Worte verlassen.

Ab Oktober soll das Schlosshotel zu einer Klinik für Burn-out-kranke Menschen werden. Die Limes-Gruppe als neuer Betreiber stellte in einer Einwohnerversammlung klar, dass in Teschow keine Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen behandelt werden. Der Klinik-Betrieb ähnele mehr dem eines Hotels.

Golfen, Shoppen, Teetrinken

Jürgen Paries (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses, kennt aber die starken Bedenken der Anwohner. Er forderte, dass im Verfahren um die Änderung des Bebauungsplans festgeschrieben wird, dass vergitterte Fenster und Zäune um das Gelände ausgeschlossen werden. Momentan sind noch Drahtzaun und Hecken erlaubt.

Der Planer der Klinik-Betreiber erläuterte indes, dass die Änderungen nur für zwei Teilbereiche des Geländes, nicht aber für das gesamte Areal gelten würden. Es werde keine geschlossenen Stationen geben. Es gehe um Psychosomatik und Psychoanalyse. Auch Einzelhandel und Verkaufsstellen bis zu 100 Quadratmeter sollen erlaubt sein. Hinzu komme der Plan von einem Teehaus mit eine Grundfläche von 50 Quadratmetern.

Bauamtsleiter Uwe Hohenegger empfahl, den Bebauungsplan nach der Stadtvertretersitzung erst öffentlich auszulegen und die gewünschten Änderungen dann einzuarbeiten. Der Plan werde ohnehin noch einmal in den Ausschüssen vorgelegt. Alle drei Ausschüsse votierten einstimmig für diese Verfahrensweise. Bürgermeister Reinhard Dettmann erläuterte, dass die gewünschten Änderungen in einem separaten städtebaulichen Vertrag festgehalten werden.