Auf der Brachefläche der Sitzmöbelfabrik stehen neben der Produktionshalle diverse kleinere Gebäude. Das Treibe
Auf der Brachefläche der Sitzmöbelfabrik stehen neben der Produktionshalle diverse kleinere Gebäude. Das Treiben auf dem Gelände ist von der Straße aus nicht einsehbar. Eberhard Rogmann
Die Feuerwehr rückte mit einem größeren Aufgebot auf der Industriebrache des Sitzmöbelwerkes an, denn die
Die Feuerwehr rückte mit einem größeren Aufgebot auf der Industriebrache des Sitzmöbelwerkes an, denn die verwaiste Produktionsstätte grenzt unmittelbar an Wohnhäuser. Eberhard Rogmann
Mit brachialer Gewalt musste die Feuerwehr das Zugangstor aufbrechen, um zum Brandherd vorzudringen.
Mit brachialer Gewalt musste die Feuerwehr das Zugangstor aufbrechen, um zum Brandherd vorzudringen. Eberhard Rogmann
Gefahrvolles Treiben an verödeten Stätten

Brand auf Industriebrache in Teterow wirft Fragen auf

Ein Brand auf einer Industriebrache am Güterbahnhof in Teterow rief die Feuerwehr auf den Plan. Die Flammen waren schnell gelöscht. Doch das Ereignis rührt an böse Erfahrungen am anderen Ende der Stadt.
Teterow

Wenn in einer Sitzmöbelfabrik eine Couch in Flammen steht, scheint eine Havarie in der Produktion die naheliegende Erklärung. Nicht so bei dem Feuer am vergangenen Sonnabend in Teterow. Denn das Sitzmöbelwerk am Güterbahnhof hat den Betrieb schon Anfang der 1990er Jahre eingestellt. Und klassische Polstermöbel wurden hier nicht gefertigt. Seit fast drei Jahrzehnten ist die Produktionsstätte verödet. Maschinen und Einrichtungen sind demontiert. Die verbliebenen Gebäude ereilte das übliche Schicksal. Die Fassaden wurden besprüht, die Fensterscheiben eingeworfen. Eine verlassene Industriebrache am Rande der Stadt.

Doch dieser Eindruck trügt. Das erwähnte Feuer lässt darauf schließen, dass dieser Fleck so einsam und verlassen gar nicht ist. Irgendwer muss sich hier tummeln. Denn der Brand wurde nicht durch eine technische Störung verursacht. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Ob aufgrund von Fahrlässigkeit oder bewusst gelegt, kann derzeit nicht beantwortet werden, wie die Sprecherin der Polizeiinspektion Güstrow auf Nachfrage mitteilt.

Das eine ist so schlimm wie das andere für die Anlieger in der von-Moltke-straße. Etliche Grundstücke grenzen unmittelbar an das Fabrikgebäude. Der Gedanke, dass dort – wer auch immer – heimlich kokelt, hat etwas Furchteinflößendes. Die Gefährdung ist den Behörden klar bewusst. Immerhin wurden am Samstag 30  Feuerwehreinsatzkräfte zur Brandbekämpfung beordert. Der Teterower Feuerwehr stand ein Einsatzzug aus Groß Wüstenfelde zur Seite.

Das Gelände war gesichert

Der Vorfall weckt Erinnerungen an ähnliche Ereignisse am anderen Ende der Stadt. Auf einer Brache am einstigen Seebahnhof waren über Jahre hinweg ebenfalls immer wieder Feuer aufgeflammt. Als Verursacher waren schnell Heranwachsende ausgemacht, die dort in den verödeten Gebäuden ihre Freizeit verbrachten. Sogar ausrangierte Polstermöbel fanden sich dort, offenbar wollten die Jugendlichen auf eine gewisse „Bequemlichkeit“ nicht verzichten. Für Sigrun Maibohm, Leiterin der benachbarten Jugendherberge, war das Treiben der pure Horror. Wiederholt hatte sie die Stadt angemahnt, den Eigentümer in die Pflicht zu nehmen und die Gefahr zu bannen.

Das fordern Stadtvertreter auch im aktuellen Fall des Sitzmöbelwerkes. Wobei festzustellen ist, dass das Gelände gesichert war. Der Feuerwehr verlangte es hohen physischen Einsatz ab, das Schloss zum Zugangstor zu knacken, ehe die Löschtrupps an Ort und Stelle vorrücken konnten.

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