STOPP FüR HäHNCHENMAST-ANLAGE

Broiler-Bunker auf dem Prüfstand

Im gerichtlichen Eilverfahren gab das Verwaltungsgericht Schwerin dem BUND recht. In Wattmannshagen darf vorerst keine Anlage gebaut werden. Die vorgelegten Genehmigungsunterlagen zur Beeinträchtigung geschützter Biotope seien unzutreffend.
Simone Pagenkopf Simone Pagenkopf
War das auch für Wattmannshagen so geplant? Küken drängen sich auf engem Raum.
War das auch für Wattmannshagen so geplant? Küken drängen sich auf engem Raum. Ingo Wagner/dpa
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Wattmannshagen.

Die umstrittene Hähnchenmastanlage für 200 000 Tiere in Wattmannshagen darf vorerst nicht gebaut werden. Das Verwaltungsgericht in Schwerin hat einem entsprechenden Antrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) recht gegeben. „Damit sehen wir uns in unseren Argumenten bestätigt, wie umweltschädigend solche großen Anlagen sind“, sagt Corinna Cwielag, Geschäftsführerin des BUND. „Die Belastungsgrenzen der Biotope sind erreicht. Das hat das Gericht anerkannt.“ Das bedeute auch für andere Planungen, dass nun noch einmal genauer hingeschaut werde. Corinna Cwielag denkt da zum Beispiel an die geplante Mastanlage in Wardow für 86 000 Tiere. „Bergfeld produziert leider schon, auch hier gibt es über 80 000 Mastplätze“, fügt sie hinzu.

Umweltschützer hoffen auf endgültiges Aus

In Wattmannshagen hoffen die Umweltschützer nun, dass die Investoren von ihren Plänen abrücken. Die Betreiber können gegen den Gerichtsbeschluss innerhalb von zwei Wochen Beschwerde einlegen. Aber: „Für das Tierwohl sind diese industriellen Anlagen in dieser Größe nicht gut und für die Umweltbelastung auch nicht. Der Wald hinter Wattmannshagen ist nicht mehr in der Lage, die Schadstoffe aufzunehmen“, argumentiert Corinna Cwielag.

Schon langer Kampf gegen Großmastanlage

Bereits sei 2011 kämpfen Einwohner, die sich zu einer Bürgerinitiative formierten, und der BUND gegen die Großmastanlage. Da hatten sie erfahren, dass an der Kreisstraße 30 Richtung Roggow vier Ställe mit je 50 000 Mastplätzen gebaut werden sollen. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StaLU) Rostock genehmigte 2012 den Bau. Dagegen legte der BUND im Namen der Bürgerinitiative Widerspruch ein, bezogen auf die Beeinträchtigung der Natur.

 

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