Auch Gnoien ist durchaus eine grüne Stadt. Mit 200.000 Euro sollen in diesem und im nächsten Jahr noch mehr grü
Auch Gnoien ist durchaus eine grüne Stadt. Mit 200.000 Euro sollen in diesem und im nächsten Jahr noch mehr grüne Blickpunkte gesetzt werden. Carsten Büttner
Solche Bruchbuden stehen in Gnoien noch an vielen Ecken. Mit einem Sanierungshilfsfonds will die Stadt diesen Schandflecken be
Solche Bruchbuden stehen in Gnoien noch an vielen Ecken. Mit einem Sanierungshilfsfonds will die Stadt diesen Schandflecken begegnen. Torsten Bengelsdorf
Nach Gnoiens Brücken-Tüv musste die Gelbe Brücke in der Nähe des alten Mühlenspeichers gesperrt werde
Nach Gnoiens Brücken-Tüv musste die Gelbe Brücke in der Nähe des alten Mühlenspeichers gesperrt werden. Jetzt soll hier eine neue Überführung her. Torsten Bengelsdorf
Haushaltsplan

Brücken, Bäume, Bruchbuden – für alles hat Gnoien jetzt Geld

Erstmals plant Gnoien Geld ein, um auch mal ein verfallenes Haus abkaufen zu können. Richtig viel sollen unter anderem auch ein Grün- und ein Ladesäulen-Programm kosten.
Gnoien

Der Rüffel ließ nicht lange auf sich warten: Was sind denn bitteschön 15.000 Euro im Jahr für einen „Sanierungshilfsfonds“? Viel zu wenig und völlig unzureichend, wetterte Andreas Reich von den Unabhängigen Gnoiener Bürgern (UGB) in dieser Woche in der Haushaltsberatung des Stadtparlaments. Damit wird sich das Problem der halbverfallenen Häuser, die an einigen Ecken immer noch das Gnoiener Stadtbild prägen, wohl kaum lösen lassen. Doch immerhin sagt die Warbelstadt jetzt mit einem eigenen Haushaltsposten Missständen im Stadtgebiet den Kampf an.

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Dass die dafür geplante Summe nicht besonders hoch ist, ist natürlich auch Bürgermeister Lars Schwarz (CDU) klar. Doch: „Bei den Schandflecken hatten wir bisher oft gar kein Geld zur Verfügung. Jetzt können wir mit den geplanten Mitteln zum Beispiel auch mal eine Fläche oder ein verfallenes Haus kaufen, um es abreißen zu lassen“, wie der Bürgermeister erläutert.

Citymanagerin soll zum 1. August anfangen

Ohnehin will sich Gnoien mit seinem Doppelhaushalt 2022/23 gleich mit einer ganzen Reihe von Programmen ordentlich herausputzen und nimmt dafür dann auch richtig Geld in die Hand. Zum Beispiel mit einem „Stadtbegrünungsprogramm“, das sich Gnoien stolze 200.000 Euro kosten lässt. Mit einem Aktionsprogramm „Innenstadt“ soll Einzelhandel, Tourismus, Gastgewerbe und Kultureinrichtungen in der Warbelstadt unter die Arme gegriffen werden. Ab 1. August, so kündigte der Bürgermeister an, werde auch Gnoien eine Citymanagerin haben.

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Nach dem verheerenden Ergebnis des Brücken-Tüv ist natürlich auch hier ein Programm fällig. Mit 50.000 Euro soll der Zustand der Warbelquerungen verbessert werden. Schwerpunkt dabei: ein Ersatzneubau für die „Gelbe Brücke“ in der Nähe des alten Mühlenspeichers. Auch für den in die Jahre gekommenen Kinderspielplatz in der Friedensstraße an den Neubauten greift die Warbelstadt tief ins Portemonnaie – natürlich mit einem „Spielplatzprogramm“, das 300.000 Euro umfassen soll. „Wir hoffen, dass es dafür auch Förderungen gibt. Wenn nicht, dann werden wir das aber trotzdem umsetzen“, versprach der Bürgermeister.

Neue Bushäuschen für alle und mehrere E-Ladesäulen

Doch damit nicht genug der Programme im finanziellen Kursbuch der Jahre 2022/23. Mit über 100.000 Euro will Gnoien die Buswartehäuser im Stadtgebiet und in den Ortsteilen erneuern und mit etwa der gleichen Summe über das „Straßenbeleuchtungsprogramm“ das Straßenlicht auf LED umstellen.

Richtig teuer wird Gnoiens „E-Ladesäulenprogramm“, bei dem für Elektroautos an vier Stationen insgesamt acht Ladepunkte entstehen sollen. Die geschätzten Kosten in Höhe von 662.000 Euro sollen vor allem über Fördermittel beglichen werden. Dringende Sanierungsarbeiten stehen zudem am Rathaus an, die mit etwa 100.000 Euro zu Buche schlagen dürften.

Während beim „Unabhängigen“ Andreas Reich einige der vielen Finanzprogramme eher auf Skepsis stießen, zeigte sich die AfD-Stadtvertreterin Steffi Burmeister hoch zufrieden: „Ich bin wirklich glücklich mit diesem Entwurf“, meinte sie. „Und wenn das wirklich alles umgesetzt wird, ist das für Gnoien eine gute Sache.“ Bis auf Andreas Reich stimmten dann auch alle Stadtvertreter Gnoiens Doppelhaushalt zu.

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