NACH EUROFIGHTER-UNGLÜCK

Bürgermeister fordern Verzicht auf Übungstiefflüge

Einige Bürgermeister aus der Müritz-Region sorgen sich nach dem Kampfjet-Absturz um das Wohl ihrer Mitbürger und Gäste. Für einen Verteidigungsexperten der CDU ist das nicht nachvollziehbar.
dpa
Am Montag waren zwei Eurofighter aus dem Taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff” über der Müritz-Region zusammengestoßen und abgestürzt.
Am Montag waren zwei Eurofighter aus dem Taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff” über der Müritz-Region zusammengestoßen und abgestürzt. Stefan Sauer
Waren.

Der Bürgermeister von Waren an der Müritz, Norbert Möller (SPD), hat sich für einen Verzicht auf militärische Übungstiefflüge in Urlauberregionen ausgesprochen. „Viele Touristen haben kein Verständnis dafür, dass ausgerechnet rings um die Müritz solche Tiefflüge geübt werden”, sagte Möller am Dienstag.

Die Region um das Heilbad, zu der auch die vom Absturz betroffenen Dörfer gehören, gilt mit Hunderttausenden Gästen als touristisches Schwergewicht im Nordosten. „Man darf das gar nicht zu Ende denken, aber wir sind alle nochmal mit einem blauen Auge davongekommen”, erklärte Möller.

Sein Mitgefühl gelte den Familien der betroffenen Piloten, sagte der Bürgermeister. Ihm sei zwar klar, dass die Flieger irgendwo üben müssten. Man solle aber prüfen, ob gerade Tiefflüge über dem größten deutschen Binnensee und den umliegenden Gewässern abgehalten werden müssten.

CDU-Verteidigungsexperte kann Forderung nicht nachvollziehen

Auch die Bürgermeisterin von Silz und Nossentin, Almuth Köhler (CDU), wo eines der verunglückten Flugzeuge abstürzte, forderte eine Prüfung für Tiefflüge. „Unser Campingplatz und eine Ferienhaussiedlung am Fleesensee sind gerade voll besetzt.”

Bei Luftkampfübungen waren am Montag zwei Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ über der Müritz-Region zusammengestoßen und abgestürzt. Ein Pilot wurde getötet, der zweite überlebte das Unglück und kam verletzt in ein Krankenhaus.

Der CDU-Verteidigungsexperte Henning Otte hat die Luftkampfübungen verteidigt. „Die Bundeswehr muss dort üben, wo sie im Bedarfsfall auch verteidigt”, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk. Er äußerte sein Unverständnis zur Forderung die Luftkampübungen zu beenden.

Peter Ritter: Übungen sind gefährlich und unnötig

Dies hatte zuvor auch die Linke im Schweriner Landtag gefordert. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Oppositionsfraktion, Peter Ritter, hatte gesagt, dass die Übungen nicht nötig seien und eine Gefahr für Menschen sowie eine Belastung für die Umwelt darstellten.

Die Übungen seien „notwendig um fit zu sein für den Einsatz, auch um Verteidigung glaubhaft abzubbilden”, sagte Otte. Zur Unfallursache konnte der Politiker am Dienstagmorgen noch nichts sagen: „Das ist viel zu früh, das wären Spekulationen. Wir müssen jetzt die Untersuchungen des Generals für Flugsicherheit abwarten.” Nach jetzigem Anschein sei es ein sehr tragisches Unglück.

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Kommentare (1)

Wie immer melden sich wiedermal die Bürgermeister von einzelnen Orten und fordern einen Verzicht auf (auschließlich?) Tiefflüge über ihren Städten und Dörfern. Das hatten wir schon, als die militärische Flugzone ED-R 401 MVPA NE im Herbst 2013 heimlich aktiviert worden war: Überrumpelte und ahnungslose Bürgermeister, z.B. von krakow am See, forderten, den Flugbetrieb gerne woanders, aber doch nicht bei ihm, über der Region Krakow am See, stattfinden zu lassen. Seit über fünf Jahren wird auch immer wieder ein verengter Fokus auf Tiefflüge gelegt. Dabei sind die Tiefflüge integraler Bestandteil der werktäglichen Luftkriegsübungen in der Flugzone ED-R 401 MVPA NE, die das EU Konzept des (Advance) Flexible Use of Airspace, zum Zwecke des Konzeptes "Single European Sky", umsetzt, und das ganze per "Military Variable Profile Area" ermöglicht: Sprich die Vermischung von zivilen Flügen in allen Flughöhen mit zeit- und ortsgleich stattfindenden Luftkriegsübungen (was stellen sich die Leute eigentlich vor - was Luftkrieg bedeutet? - die Menschen in Jemen und Syrien wären froh, wenn es sich bei ihnen "nur" um gelegentliche Kampfjetabstürze handeln würde) ist programmatischer Bestandteil der Gestaltung der werktäglichen Flugbewegungen im Gebiet der ED-R 401 MVPA NE, also nahezu über gesamt MV und Nordbrandenburg. Warum wird das von Redaktionen, wie dieser hier, einfach seit Jahren unterschlagen?

Aus diesem Grund: https://edr401mvpa.wordpress.com - zwar nur eine diffamierte Bürgerintitiative - aber mit Informationen, die Sie beim Nordkurier (und anderen!) leider nicht lesen werden.